Immunglobuline
18. Okt 2008 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: Vorsorge und ImpfungenBei allen höheren Wirbeltieren sorgen Immunglobuline für die Verteidigung des Immunsystems gegenüber unerwünschten Eindringlingen wie Bakterien und Viren. Bei Immunglobulinen handelt es sich um Antikörper, also Proteine, die als Reaktion auf eindringende Stoffe im Körper gebildet werden. Dabei binden sich Moleküle an Partikel, die sich auf der Oberfläche der Bakterien befinden. Immunglobuline gehören zu den wichtigen Antikörpern in unserem Immunsystem.
Es gibt fünf verschiedene Immunglobuline sowie weitere, die ausschließlich bei bestimmten Tierarten vorkommen. Die unterschiedlichen Isotypen von Immunglobulinen übernehmen im Körper verschiedene Aufgaben.
Immunglobuline A werden insbesondere bei Erkrankungen der Atemwege, Augen und Schleimhäute aktiv. Immunglobuline der Klasse D befinden sich vorwiegend im Blut und in der Lymphe. Vor Parasiten und Würmern schützen Immunglobuline der Klasse E.
Immunglobuline M gehören zu den Antikörpern, die als erste Kontakt mit den Eindringlingen aufnehmen und daher besonders häufig bei einer akuten Infektion im Blut zu finden sind. Das im menschlichen Körper am häufigsten vorkommende Immunglobulin G entspricht dem bei Hühnern bekannten Immunglobulin Y, während Immunglobulin W lediglich bei Haien und Lungenfischen zu finden ist.
Zur Unterstützung des Abwehrsystems werden bei bestimmten Krankheiten Immunglobuline intravenös verabreicht. Sie werden schnell vom Körper aufgenommen und unterstützen die Immunabwehr auf natürliche Weise. Dazu werden aus Tieren gewonnene Antiseren als Impfstoffe eingesetzt. Die Pockenimpfung basiert auf dieser Technologie. Hierbei werden Kuhpocken verwendet, die den Körper zur Bildung von Antikörpern anregen, die auch die für Menschen gefährlichen Pockenviren identifizieren und bekämpfen können.
Eine wichtige Rolle spielen Immunglobuline bei Autoimmunkrankheiten wie Multipler Sklerose oder Rheumatoider Arthritis.
Heute werden Antikörper mit radioaktiver Strahlung auch dazu benutzt, bestimmte Veränderungen wie zum Beispiel Tumore im Körper ausfindig zu machen.
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