Faltentherapie mit Hyaluronsäure

13. Jun 2010 | Von | Rubrik: Schönheitschirurgie

Hyaluronsäure wird vom menschlichen Organismus hergestellt und besitzt die Eigenschaft, große Mengen Wasser an sich zu binden. Sie wirkt als natürliches Schmiermittel der Gelenke, was durch die Viskosität der Struktur begünstigt wird. In der Medizin wird das Zwischenzellprodukt bereits längere Zeit eingesetzt. Die wasserspeichernden Attribute der Hyaluronsäure werden beispielsweise für die Arthrosebehandlung genutzt, obwohl sich die Wissenschaft nach wie vor nicht über den effektiven Nutzen einig ist. Auch in Augentropfen und Nasensprays findet sich das Produkt, das die Schleimhäute vor dem Austrocknen schützen soll.

Da Hyaluron ein Bestandteil des Bindegewebes ist, finden entsprechende Präparate ebenfalls in der ästhetischen Medizin ihre Anwendung. Zur Faltenunterspritzung, zum Modellieren der Lippen oder ganzer Gesichtspartien dient die Substanz der vorübergehenden Straffung der Haut.

Nach Auftragen einer Betäubungscreme wird die Hyaluronsäure in Form eines klaren Gels subkutan in die Falten gespritzt. Die durchschnittliche Behandlungsdauer beträgt etwa eine halbe Stunde, wobei sich der glättende Effekt meist direkt zeigt, da die vorhandene Feuchtigkeit im Gewebe unmittelbar an das Gel gebunden wird. Um Unregelmäßigkeiten zu vermeiden, wird die unterspritzte Hyaluronsäure mit Hilfe von leichten Massagen verteilt. In den ersten Stunden können Hautrötungen und Schwellungen eintreten. Der Organismus baut die Hyaluronsäure mit der Zeit ab, was dazu führt, dass sich die Falten nach etwa einem halben Jahr wieder zeigen.

Früher wurde Hyaluronsäure hauptsächlich aus Hahnenkämmen gewonnen. Die Patienten zeigten allerdings vermehrt allergische Reaktionen auf Vogeleiweiß und man ging dazu über, den Wirkstoff gentechnisch aus Bakterienkulturen zu produzieren. Die Hersteller geben an, dass die Nebenwirkungen einer Faltentherapie mit Hyaluronsäure mittlerweile weitgehend reduziert sind. In einigen Fällen wird jedoch von einer Behandlung abgeraten. So sollten die zu unterspritzenden Hautpartien frei sein von Reizungen oder Entzündungen. Auch bei einer immunologischen Erkrankung, während der Schwangerschaft und während der Stillzeit ist von einer Therapie mit Hyaluronsäure Abstand zu nehmen. Berichten zufolge lassen sich im schlimmsten Fall Nervenschädigungen im Bereich der Nasolabialfalte beobachten, die von unsachgemäßen Injektionen herrühren. Wird zuviel Hyaluronsäure gespritzt, kann es zu übertriebenen Aufpolsterungen kommen, die sich erst nach Wochen wieder zurückziehen.

Faltenunterspritzungen mit Hyaluronsäure werden sowohl von kosmetischen Instituten als auch von Arztpraxen durchgeführt. Der gewünschte Effekt und die möglichen Nebenwirkungen hängen zum einen von der Ausbildung, zum anderen von der Erfahrung des Kosmetikers oder des Mediziners ab.


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