Kinderorthopädie | Einführung in Schwerpunkte, Ziele, Behandlungsansätze
2. Mai 2010 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: Kindergesundheit, Medizinische FachbereicheEin Spezialgebiet der Orthopädie und Kinderheilkunde ist die Kinderorthopädie. Wie auch in der Orthopädie ist der Schwerpunkt der Kinderorthopädie der Bewegungsapparat, allerdings spezialisiert auf Kinder. Während in der Orthopädie vor allem degenerative Erkrankungen der Gelenke und der Wirbelsäule behandelt werden, sind es in der Kinderorthopädie angeborene Fehlbildungen des Bewegungsapparates und erworbenen Erkrankungen der Wirbelsäule im Kinder- und Jugendalter.
Kinderorthopäden sind Mediziner, die nach dem Medizinstudium eine Ausbildung zum Orthopäden absolviert haben, und sich dann auf die Kinderorthopädie spezialisiert haben. Besonders in der Kinderorthopädie ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Kinderärzten, Chirurgen und Rheumatologen zwingend notwendig.
Angeborene Erkrankungen des Bewegungsapparates sind Fehlstellungen der Extremitäten, wie der Klumpfuß oder eine Fehlstellung in der Hüfte. Skoliose, Morbus Scheuermann und der Torticollis sind ebenfalls Krankheitsbilder, die von einem Kinderorthopäden über einen langen Zeitraum behandelt werden müssen.
Einige Zentren für Kinderorthopädie haben sich nochmals auf ganz bestimmte Krankheitsbilder spezialisiert, und bieten sehr fortschrittliche Behandlungen an. Dazu gehören auch Kinder, die mit einer Spina Bifida (offener Rücken) geboren wurden. Besonders bei diesem Krankheitsbild ist eine enge Verknüpfung zwischen Kinderorthopäden, Chirurgen, Neurologen und Physiotherapeuten zwingend geboten, um für das betroffene Kind das bestmögliche Behandlungsergebnis zu erzielen.
Das Ziel der Kinderorthopäden ist die Herstellung der anatomischen Gegebenheiten, um den Kindern soviel Bewegungsraum, wie möglich ist, zu geben. So werden angeborene Klumpfüße heute durch spezielle Operationstechniken erfolgreich korrigiert, und die Kinder haben die Möglichkeit, ein normales Gangbild zu entwickeln.
Die Behandlung von Skoliosen im Kindes- und Jugendalter ist äußerst wichtig, um Folgeschäden, die durch diese fortschreitende Seitwärtsneigung der Wirbelsäule entstehen können, zu mindern oder abzuwenden. So ist es durchaus möglich, durch das konsequente Tragen eines Korsetts und regelmäßige krankengymnastische Übungen die Seitwärtsverschiebung der Wirbelsäule einzudämmen und auch zu korrigieren. In sehr schweren Fällen erfolgt die Korrektur der Skoliose durch einen chirurgischen Eingriff.
Eine weitere häufige Erkrankung in einem Zentrum für Kinderorthopädie sind Hüfterkrankungen bei Neugeborenen und Kleinkindern. Ohne eine gezielte Therapie hätten diese Kinder frühzeitig Probleme beim Laufen, und würden bereits in sehr jungem Alter an einer Hüftgelenksarthose erkranken. Durch gezielte Behandlungsmethoden versuchen die Kinderorthopäden die Ausbildung der zu kleinen Hüftpfanne zu fördern, damit sie dem Hüftkopf genügend Platz geben, und ihn dadurch bei allen Bewegungen fixieren kann.
Besonders in der Kinderorthopädie sind die Mitarbeit der Kinder und deren Eltern äußerst wichtig, um ein bestmögliches Behandlungsergebnis zu erzielen. Das Ziel der Behandlung ist die Minderung der aktuellen Beschwerden, und damit auch eine Reduzierung der Folgeschäden, die die angeborenen und erworbenen Erkrankungen im Kindesalter.
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