Defibrillator | Was muss man wissen?
29. Apr 2010 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: Herz, Medizinbedarf und ProdukteDer Defibrillator ist ein medizinisches Gerät zur gezielten Vergabe von Stromstößen zu notfallmedizinischen Zwecken. Der Defibrillator wird vorwiegend in Intensivstationen, Notaufnahmen und Krankenwagen verwendet. Allerdings sind die Geräte inzwischen auch in der Öffentlichkeit, wie zum Beispiel in Banken, Flughäfen, Bahnhöfen und anderen Orten des öffentlichen Lebens zu finden. Auch für Privathaushalte werden diese inzwischen angeboten.
Ein großer Teil aller Herztode entsteht ursächlich aus den Vorsymptomen Herzrhythmusstörungen, Kammerflimmern, Vorhofflimmern und Kammerflattern. Gelingt es während dieser Phasen 70% aller Herzmuskeln gleichzeitig zu stimulieren, können diese krankhaften Erregungszustände des Herzens unterbrochen werden. Da durch das Kammerflimmern schnell eine Unterversorgung des Gehirns mit lebensnotwendigem Sauerstoff einsetzt, ist die Zeit, die bis zur Defibrilation verstreicht, entscheidend für die Ausmaße der Schädigung nach einem solchen Vorfall. Pro untätig verstrichener Minute, davon gehen Experten aus, sinkt die Überlebenschance des Patienten um 10%. Je mehr Geräte als in öffentlicher Erreichbarkeit sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, einem Notfallpatienten in dieser Lage helfen zu können. Allerdings ersetzt, wie offensichtlich immer häufiger angenommen, der Defibrilator nicht die richtig durchgeführte Herz-Lungen-Massage.
Die Handhabung des Geräts ist nicht schwer und die Anwendung auch für den absoluten medizinischen Laien machbar. Die zur Therapie benötigte Energie wird über zwei Elektroden auf den Patienten übertragen. Diese müssen vom Ersthelfer entweder auf den Brustkorb aufgedrückt oder, je nach Gerät, aufgeklebt werden. Moderne Geräte messen vor Abgabe des Stroms den Körperwiderstand des Patienten, so dass die Gefahr eines zu starken Schlags auch bei kleinen und leichten Patienten nicht gegeben ist. Schwergewichtige hingegen erhalten die für sie ausreichende Menge. Ebenfalls entscheidet die Software des Geräts eigenständig anhand des gemessenen Pulses, ob eine Anwendung überhaupt notwendig und sinnvoll ist. Erst wenn ein positiver Befund erfolgte, kann der Helfer das Gerät auslösen.
Im öffentlichen Bereich werden meist Geräte angeschafft, die den Laienhelfer bei seiner Tätigkeit unterstützen. So werden diese entweder durch akustische Anweisungen angeleitet oder Bilder auf einem Display stellen die nächsten Schritte des Vorgehens dar. Es besteht also keine Gefahr einer Handlung, die dem Patienten oder auch dem Helfer Schaden zufügen könnte.
Obwohl die Zahl der Defibrillatoren in öffentlichen Gebäuden seit ihrer Einführung in den 90er Jahren deutlich gestiegen ist, ist auch in Deutschland noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten.
(g24)
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