Peniskrebs

5. Aug 2009 | Von | Rubrik: Geschlechtsorgane, Krebs, Männergesundheit

Das Peniskarzinom ist eine in Mitteleuropa seltene Krebsart, von der Männer vorwiegend im Alter ab etwa 60 Jahren betroffen sind. Hierbei bilden sich bösartige Tumoren, die meist an Eichel, Vorhaut oder Harnröhrenschleimhaut des männlichen Gliedes auftreten. Es kann auch zur Ausbildung von Tochtergeschwülsten in den benachbarten Lymphknoten des Leistenbereiches sowie in anderen Organen und im Skelett kommen.

Die Symptome sind untypisch und werden deshalb oft erst spät erkannt. Sie reichen von unauffälligen Hautveränderungen über Schwellungen und z. T. blutende Entzündungen an Eichel und Vorhaut bis zu ausgedehnten Oberflächenveränderungen am gesamten Penis oder Unterbauch. Die Leistenlymphknoten können angeschwollen sein.

Die Ursachen für Peniskrebs sind weitestgehend unbekannt. Als begünstigende Faktoren werden mangelhafte Genitalhygiene, Schleimhautveränderungen, eine unbehandelte Vorhautverengung (Phimose) und HPV-Infektionen genannt. Das unter der Vorhaut entstehende Smegma scheint die Entstehung von Tumoren zu begünstigen. Beschnittene Männer haben insofern ein statistisch geringeres Risiko, an Peniskrebs zu erkranken. Allerdings ist eine Beschneidung als Vorsorgemaßnahme medizinisch nicht indiziert und unter Berücksichtigung der Inzidenz des Peniskarzinoms und des Operationsrisikos der Beschneidung unverhältnismäßig.

Eine Leukoplakie (krankhafte Schleimhautveränderung) an Vorhaut und Eichel wird als sichere Vorstufe für Peniskrebs angesehen. Sie entsteht z. B. als Folge von Alkohol- und Nikotinmissbrauch, mangelnder Hygiene oder mechanischer Reizung. Ebenso werden HPV-Infektionen mit der Entstehung von Peniskrebs in Zusammenhang gebracht. Hierbei bilden sich warzenartige Gebilde auf den betroffenen Hautarealen.

Die Diagnose umfasst eine ausführliche Anamnese, die körperliche Untersuchung sowie eine mikroskopische Gewebsanalyse. Weitere Untersuchungen, etwa durch bildgebende Verfahren, sind möglich. Lokal begrenzte Tumoren können operativ oder per Laserbehandlung entfernt werden. Die Überlebenschance liegt dann bei 70 – 90 %. Im fortgeschrittenen Stadium kann eine (Teil-) Amputation des Penis und der benachbarten Lymphknoten erforderlich sein. Sind bereits Metastasen in entfernteren Organen vorhanden, beschränkt sich die Behandlung wegen der dann nur geringen Überlebenschancen meist auf Schmerzlinderung und Verkleinerung der Tumoren mittels Chemotherapie.

Damit Peniskrebs rechtzeitig erkannt wird, sollten Männer ab dem 45. Lebensjahr regelmäßig einmal pro Jahr entsprechende Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen.





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