Gleithoden

27. Sep 2008 | Von | Rubrik: Geschlechtsorgane, Kindergesundheit, Männergesundheit

Der Gleithoden ist die Bezeichnung für eine Lageanomalie der Hoden, die auch als Hodendystopie bezeichnet wird und damit bezeichnet, welche Position der Hoden hat, der vorübergehend oder sogar dauerhaft außerhalb des Hodensacks liegt. Der Grund für diese Gleithoden ist ein sogenannter gestörter Hodenabstieg. Wichtig zu wissen ist, dass die Hodentorsion, also die Hodenverdrehung, die dringend und schnell behandelt werden muss, nicht unter die Bezeichnung Gleithoden fällt.

Die rechtzeitige Erkennung der Gleithoden ist wichtig, um die spätere Fertilitätsstörung beim Mann verhindern zu können, denn dies kann eine Folge sein, wenn der Hoden nicht wieder an seinen Platz im Hodensack zurücksinkt. Die Wanderung der Hoden grundsätzlich ist darin begründet, dass der Hoden, ebenso wie das Ovar, aus der sogenannten Gonadenanlage retroperitoneal im Bereich der Nieren entsteht, dann aber seine Wanderung vom Ort der Bildung bis in das sogenannte Skortalfach im Hodensack aufnimmt, die dann als Hodenabstieg bezeichnet wird. Diese Entwicklung erfolgt beim männlichen Baby ca. ab der 5. Woche im Embryonalalter. Wenn der Abstieg in das Skrotum erfolgreich verlaufen ist, dann zeigt sich darin ein Reifezeichen des Neugeborenen. Allerdings ist es so, dass rund drei bis ca. sechs Prozent der ausgereiften männlichen Neugeborenen und sogar ca. dreißig Prozent der Frühgeborenen, dabei nahezu einhundert Prozent aller männlichen Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht unter einhundert Gramm, die Lageanomalie auch nach der Geburt noch aufweisen.
Innerhalb des ersten Lebensjahres sinkt die Wahrscheinlichkeit dieser Lageanomalie auf unter 0,7 Prozent. Grundsätzlich wird das Vorkommen von Gleithoden in zwei Gruppen unterteilt. Eine Form beim Gleithoden ist der Hodenhochstand, die Hodenektopie als Form von Gleithoden lässt den Hoden vom vorgegebenen Weg abweichen.


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