Erektile Dysfunktion

28. Aug 2010 | Von | Rubrik: Männergesundheit

Die erektile Dysfunktion (synonym Erektionsstörung, Potenzstörung, Impotenz) ist eine sehr weit verbreitete Sexualstörung. Es kommt beim Mann über einen längeren Zeitraum hinweg in der Mehrzahl der Versuche nicht zu einer ausreichenden Erektion des Penis, bzw. diese kann nicht lange genug gehalten werden, um ein befriedigendes Sexualleben zu erreichen.

Ursächlich sind immer häufiger organische Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Medikamentennebenwirkungen, Nikotin- und Alkoholkonsum). Psychische Faktoren stehen nach neusten Erkenntnissen erst an zweiter Stelle.

Um der Ursache auf den Grund zu gehen, sind eine organische, soziale und psychische Anamnese sowie die körperliche Untersuchung essentiell. Erst danach sollte eine apparative Diagnostik (z.B. Tumeszenz- und Rigiditätsmessung, Schwellkörper-Injektions-Testung) eingesetzt werden. Nur ergänzend werden Laboruntersuchungen durchgeführt.

Therapeutisch profitieren viele der betroffenen Männer von Medikamenten, insbesondere von den Phosphodiesterase-5-Hemmstoffen (z.B. Viagra). Dabei ist zu bedenken, dass einige der Wirkstoffe nebenwirkungsreich sind und gefährliche Interaktionen mit anderen Medikamentengruppen vorliegen. Auch eine lokale Therapie ist möglich, wenn beispielsweise Kontraindikationen für eine orale Medikation vorliegen. Es werden in die Harnröhre applizierbare oder direkt in den Schwellkörper injizierbare Prostaglandine angewendet.

Eine nahezu nebenwirkungsfreie Alternative ist die Penispumpe. Der Penis wird in ein Rohr eingeführt und durch einen Unterdruck versteift, indem Blut in das Schwellkörpersystem eingesaugt wird. Wird über das erigierte Glied dann ein Penisring gestreift, kann durch den reduzierten Blutabfluss die Erektion gehalten werden.

In neusten Studien wurde auch gezeigt, dass professionell angeleitetes Beckenbodentraining positive Effekte aufweist. Die Beckenbodenmuskulatur wird gezielt trainiert, die Erektion mittels Reduktion des venösen Abflusses entstehen zu lassen und zu halten. Auch eine prophylaktische Wirkung gilt als gesichert.

Eine operative Versorgung ist heute obsolet und hat lediglich noch in der Traumatologie Bedeutung.
Liegt eine psychische Äthiologie zu Grunde, ist eine Sexualtherapie mit Paarbezug Methode der Wahl. Sie kann aber auch bei körperlichen Ursachen begleitend sinnvoll sein, da die psychischen Folgen für Selbstwertgefühl und Rollenidentifikation als Mann meist nicht im ganzen Ausmaß wahrgenommen werden können.





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