Zwölffingerdarmgeschwür
1. Sep 2010 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: Krankheiten und ProblemeDas Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) ist ein Substanzdefekt, der tiefer als die Muskelschicht unterhalb der Schleimhaut reicht. Männer erkranken deutlich häufiger, vor allem im mittleren Lebensalter. Auch wurde gezeigt, dass Träger der Blutgruppe 0 ein deutlich erhöhtes Risiko haben, an einem Zwölffingerdarmgeschwür zu erkranken.
Damit ein Ulcus entstehen kann, muss ein Missverhältnis von schleimhautschützenden und schädigenden Faktoren vorliegen. Typische Risikofaktoren sind die Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Aspirin, Diclofenac), Stress und Durchblutungsstörungen. Zusätzlich kann eine Besiedlung mit einem speziellen Bakterium (Helicobacter Pylori) das Risiko drastisch erhöhen. Der Keim ist durch spezielle Enzyme in der Lage im sauren Milieu zu überleben und sich dort zu vermehren.
Die Symptome sind zu Anfang mit Appetitlosigkeit, Übelkeit und Druck bzw. Völlegefühl im Oberbauch unspezifisch. Stuhlunregelmäßigkeiten und ungewollter Gewichtsverlust können hinzukommen. Fängt das Zwölffingerdarmgeschwür an zu bluten, kann es zu schwarzem Stuhlgang kommen (Teerstuhl), da sich Blut im Kontakt mit Magensäure dunkel verfärbt. Dies ist immer ein Alarmsignal und sollte umgehend weitere Diagnostik nach sich ziehen. Tritt ein plötzlicher massiver Schmerz auf, muss von einem Durchbruch des Geschwürs (Perforation) ausgegangen werden. Diese zum Glück seltene Komplikation ist ein absoluter chirurgischer Notfall, da es zu einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung kommen kann. Aber auch völlig asymptomatische Verläufe sind nicht selten.
Um die Diagnose zu sichern, sollte eine Magenspiegelung (Gastroskopie) durchgeführt werden, dabei kann über ein kleines Gewebsstück mikroskopisch auch ein Helicobacter Pylori- Nachweis stattfinden.
Therapeutisch steht eine Säurehemmung im Vordergrund, um das Gleichgewicht zu Gunsten des Schleimhautschutzes zu verlagern. Dies erfolgt bevorzugt mit Medikamenten aus der Gruppe der Protonenpumpen-Hemmer, z.B. Pantozol, Omeprazol. Da in den meisten Fällen eine Helicobacter Pylori- Infektion nachgewiesen werden kann, sollte diese mit zwei zusätzlichen Antibiotika behandelt werden (so genannte Triple-Therapie).
Eine operative Therapie ist heute nur noch selten notwendig. Chirurgisch kann der Nervenstrang durchtrennt werden, welcher die Säureproduktion unterhält. Ist bereits eine bedrohliche Komplikation eingetreten, kann eine Ulcusblutung nicht beherrscht werden oder ist ein bösartiger Tumor nicht auszuschließen, müssen ggf. Teile des Magens entfernt werden.
Das Zwölffingerdarmgeschwür ist ein sehr häufiges Krankheitsbild, welches heute schonend und erfolgreich diagnostiziert und behandelt werden kann.
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