Wirbelkörperbruch

15. Aug 2009 | Von | Rubrik: Krankheiten und Probleme

Ein Bruch des Wirbelkörpers, in Fachkreisen Wirbelkörperfraktur genannt, entsteht durch äußere Einwirkungen oder durch Osteoporose. Zu den äußeren Einwirkungen zählen Stürze, Schläge und auch Stauchungen oder Überstreckungen. Durch Osteoporose, aber auch in seltenen Fällen Tumorerkrankungen verändert sich die Knochenstruktur, und der Knochen wird brüchiger. Besonders bei älteren Menschen, hier verstärkt Frauen, führt dies zu Frakturen des Wirbelkörpers ohne äußere Einwirkung. In den meisten Fällen sind ein oder mehrere Wirbel der Halswirbelsäule oder am Übergang zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule betroffen.

Wirbelkörperfrakturen werden in verschiedene Gruppen unterteilt. Diese Unterteilung in stabile und instabile Frakturen ist entscheidend für die weitere Behandlung des Patienten. Keine Gefahr für das Rückenmark besteht bei stabilen Frakturen. Hier sind die hinteren Strukturen und Bänder an der Wirbelsäule unverletzt geblieben. Instabile Wirbelkörperfrakturen bergen die Gefahr von Rückenmarksverletzungen, mit der Gefahr einer Querschnittslähmung. Hier sind die hinteren Strukturen der Wirbelsäule verletzt, und unphysiologische Bewegungen des Wirbelkörpers zur Seite und nach hinten sind möglich.

Die Diagnose der Wirbelkörperfraktur stellt der Arzt durch eine Untersuchung, wobei er gleich auf Taubheit und Lähmungserscheinungen achtet, sowie durch eine Röntgenuntersuchung. Oftmals werden noch weitere bildgebende Untersuchungen eingeleitet, um eine genauere Darstellung der Schädigung zu erhalten. Die Befunde sind entscheidend für die weitere Behandlung des Verletzten. Bei einer stabilen Wirbelkörperfraktur wird je nach Befund Bettruhe und/ oder ein Korsett zur Fixierung der Wirbelsäule angeordnet. Weiterhin sollte der Patient krankengymnastische Übungen zur Kräftigung der Rückenmuskulatur verordnet bekommen, um die Muskulatur, die die Wirbelsäule stabilisiert, zu kräftigen. Bei einer instabilen Fraktur des Wirbelkörpers ist oftmals eine Operation notwendig. Hier stehen mehrere Operationsmethoden zur Auswahl, die alle das Ziel haben, die Fraktur am Wirbel zu versorgen, und vor allem eine Querschnittslähmung zu verhindern. Auch hier wird als Ergänzung oftmals Krankengymnastik zur Kräftigung der Muskulatur angeordnet. Bei stabilen und instabilen Brüchen des Wirbelkörpers ist eine Schmerzlinderung durch vom Arzt verordnete Medikamente geboten.

Bei dem Verdacht auf einen Wirbelkörperbruch ist immer auf eine stabile Lagerung des Verletzten zu achten, und ärztliche Hilfe zu holen, um weitere Schädigungen der Wirbelsäule und des Rückenmarks zu verhindern.


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