Tinnitus | Was muss man wissen?
7. Mai 2010 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: Krankheiten und Probleme, OhrenTinnitus, das überaus störende und lästige Ohrengeräusch, wird im medizinischen Sinne nicht als Krankheit, sondern als Symptom angesehen. Diese Geräusche werden in den meisten Fällen ständig und ohne das Vorhandensein eines tatsächlichen Tones wahrgenommen. Es ist ein ständiges Zischen, Pfeifen, Summen odere auch Rauschen, was den Betroffenen so zu schaffen macht, und außer ihm selbst keiner hört. Zwischen 5 und 10 Prozent aller Erwachsenen sollen statistisch gesehen an einem mehr oder weniger ausgeprägten Tinnitus leiden, Tendenz steigend. Erschreckend ist die Tatsache, dass immer mehr Jugendliche unter anderem durch den Lärm von Diskotheken oder der Nutzung von Kopfhörern zum Tinnitus neigen, immerhin sollen es schon etwa 5 Prozent sein.
Obwohl die Ursachen für diese Erkrankung größtenteils bekannt sind, ist sich die Medizin immer noch nicht ganz einig, wie und warum diese Töne entstehen. Man nimmt an, dass sie Begleiterscheinung etlicher Erkrankungen sind, wie beispielsweise Blutdruckabfall, der zu Durchblutungsstörungen des Innenohrs und damit zu Tinnitus führen kann. Aber auch Hörsturz, Mittelohrentzündung oder Altersschwerhörigkeit werden als Auslöser favorisiert. Weiterhin kann ein akutes Lärmtrauma, hervorgerufen durch einen lauten Knall oder Ähnlichem, Trommelfellperforation, psychosomatische oder psychische Erkrankungen als Ursache genannt werden. Da angenommen wird, dass noch eine ganze Reihe anderer Krankheiten als Auslöser für diese hässlichen Töne verantwortlich sind, ist dringend anzuraten, schon bei den ersten Anzeichen eines Tinnitus den Arzt aufzusuchen und die Sache abklären zu lassen.
Um nun festzustellen, ob tatsächlich eine Erkrankung im Organismus für diese Geräusche verantwortlich ist, bedarf es der Zusammenarbeit von verschiedenen Fachärzten. So werden zur Beurteilung zum Beispiel Internisten, Orthopäden, Neurologen, Psychiater, aber auch Kiefernspezialisten und Zahnärzte durch den Ohrenarzt zurate gezogen. Ist die Diagnose gestellt, wird nach einer geeigneten Therapie gesucht, was gar nicht so einfach ist. In den meisten Fällen liegen keine organischen Erkrankungen vor und die Ärzte werden dadurch vor ein großes Problem zur Behandlungsfindung gestellt, denn bis heute gibt es keine verlässliche Methode, mit der richtig geheilt werden kann. So werden gern blutverdünnende Mittel eingesetzt, die selbst in höherer Dosierung auf einen durchschlagenden Erfolg warten lassen. Auch die Sauerstofftherapie, welche in einer Überdruckkammer unter Darreichung reinen Sauerstoffs geschieht, führt zu keinen nennenswerten Erfolgen und nur in sehr seltenen Fällen wird von einem Abklingen des Tinnitus, nicht von einer Heilung, gesprochen. Die Versuche, den Ohrgeräuschen mit Gegentönen aus dem Kopfhörer zu Leibe zu rücken, ist auch nur bedingt erfolgreich, denn nach Beendigung der Beschallung sind die Eigentöne fast immer wieder da.
Die einzige Möglichkeit den Tinnitus etwas erträglich zu machen ist, ihn weitestgehend zu ignorieren, und so zu tun, als wenn er gar nicht da wäre.
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