Studentenfieber

2. Jun 2009 | Von | Rubrik: Krankheiten und Probleme

Das Studentenfieber ist besser bekannt unter dem Namen Pfeiffer-Drüsenfieber, das nach dem deutschen Kinderarzt Emil Pfeifer benannt wurde. Es wird ausgelöst durch eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV), einem Herpesvirus. Dabei sind überwiegend Kinder und junge Erwachsene betroffen. Bei Erwachsenen und jungen Kindern treten entweder keine Symptome auf, oder sie sind bereits immun. Die Infektion wird durch Austausch von Körpersekreten etc. übertragen, zum Beispiel durch Organtransplantation, Bluttransfusion, Tröpfcheninfektion und Austausch von Speichel, weshalb die Krankheit auch Kusskrankheit genannt wird. Ein weiterer Name für das Studentenfieber ist Mononukleose. Dies weist auch eine mit der Krankheit verbundenen Erscheinung hin: das Blut der Betroffenen enthält eine hohe Anzahl mononukleärer Lymphozyten, die in Milz und Knochenmark, den Hauptzielorganen der Infektion, gebildet werden. Die Inkubationszeit kann bis zu vier Wochen betragen.

Durch den Virus werden die B-Lymphozyten verändert, die wichtig für die Immunabwehr sind. Die veränderten Lymphozyten verhalten sich wie Tumorzellen und werden über das Blut und die Lymphe im Körper verteilt. Es kommt zu Wucherungen in Milz, Leber, Rachenmandeln etc., wodurch die Organe anschwellen. In akuten Fällen kann die Gefahr eines Milzrisses bestehen. Die veränderten Lymphozyten werden durch andere Abwehrzellen langsam abgebaut.

Die Betroffenen leiden unter Fieber, sowie Schmerzen im Kopf und in den Gliedern. Die Lymphknoten schwellen an, vor allem am Hals, weshalb das Studentenfieber meist durch eine Halsentzündung begleitet wird. In seltenen Fällen ist auch eine Gelbsucht möglich. Nach 10 Tagen tritt meist eine Besserung der akuten Symptome auf, doch Müdigkeit und Depressionen bei den Patienten können noch mehrere Monate lang andauern. Die Krankheit verläuft meist gutartig.

Es gibt kein Medikament, das direkt gegen den Erregervirus wirkt, weshalb nur die Symptome behandelt werden können. Betroffene sollten viel Flüssigkeit zu sich nehmen und körperliche Anstrengungen meiden. Gegen das Fieber helfen Wickel. Nach der Infektion verbleibt der Virus ein leben Lang im Körper, doch normalerweise sind Betroffene immun gegen ein erneutes Ausbrechen der Krankheit.


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