Schilddrüsenkarzinom
Aug 3rd, 2009 | Von medizin-blog.net | Medizin & Gesundheit | Rubrik: Krankheiten und ProblemeDer aus dem Lateinischen stammende Begriff „Struma maligna“, das heißt der Schilddrüsenkrebs beziehungsweise das Schilddrüsenkarzinom, kann jede Stelle der Schilddrüse betreffen. Schilddrüsenkrebs wird unterschieden nach medullären Karzinomen, differenzierten Karzinomen (auch papilläres bzw. follikuläres Karzinom) sowie undifferenzierten Karzinomen. Hierbei ist der Ursprung des Tumors in dem jeweiligen Gewebe ausschlaggebend.
Der häufigste Typ des Schilddrüsenkrebs betrifft häufig Menschen im jungen Erwachsenenalter. Die ersten Symptome sind als störend empfundene Schilddrüsenknoten. Die Untersuchung erfolgt mittels Szintigraphie und Ultraschall, die Behandlung aus Radiotherapie beziehungsweise Operation.
Der Schilddrüsenkrebs ist der am häufigsten in den endokrinen Organen vorkommende Tumor. Jährlich erkranken in Deutschland mehr als 5000 Personen an einem Schilddrüsenkarzinom, wobei Frauen von dieser Krankheit häufiger betroffen sind als Männer.
Auch wissenschaftliche Studien konnten bis heute nicht eindeutig klären, wo im Einzelnen die Ursache für diese Krankheit liegt, jedoch weiß man inzwischen, dass Jodmangel, durch den ein zwei- bis dreifach höheres Risiko besteht, ursächlich ist für diese Erkrankung. Erwiesen ist, dass, wie bei vielen anderen Krebserkrankungen auch, der Strahlung eine wesentliche Rolle zukommt. So stieg nach den Atombombenabwürfen auf Nagasaki und Hiroshima das Risiko, an einem Schilddrüsenkarzinom zu erkranken, in den betroffenen Gebieten um ein Vielfaches an. Ähnlich verhält es sich für die durch einen radioaktiven Niederschlag betroffenen Gebiete, welche durch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl unmittelbar von dem radioaktiven Niederschlag betroffen waren.
In der Regel wird im Laufe einer Untersuchung im Bereich der Schilddrüse eine Knotenbildung festgestellt, wobei die Schilddrüse entweder vergrößert sein kann oder ihre Größe normal bleibt. Bereits vor einem Schilddrüsenkarzinom können Halslymphknoten auftreten. Die bei einem bereits weit fortgeschrittenen Schilddrüsenkrebs möglichen auftreten Spätsymptome sind zum Beispiel eine derbe Konsistenz, eine Stimmbandverlähmung, welche sich durch Heiserkeit äußert und verwachsene Lymphknoten äußert.
Die Schilddrüse muss bei Schilddrüsenkrebs grundsätzlich vollständig operativ entfernt werden. Oft entfernt man neben Resektion der Schilddrüse auch die zum Schilddrüsengebiet gehörenden Lymphknoten, da diese ebenso von dem Krebs befallen werden können. Um das postoperativ noch verbliebene Schilddrüsengewebe zu entfernen, erfolgt im Anschluss an eine Schilddrüsenoperation sehr häufig eine Radiotherapie, wobei radioaktives Jod 131 verabreicht wird. Dieses findet sich ausnahmslos im Schilddrüsengewebe.
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