Rhesusunverträglichkeit

21. Feb 2009 | Von | Rubrik: Krankheiten und Probleme

Unter Rh(esus)-Inkompatibilität wird eine Unverträglichkeit zwischen der Rhesus-Blutgruppe einer Schwangeren und der ihres Kindes verstanden. Diese kann zur hämolytischen Krankheit des Kindes führen, bei der dessen roten Blutzellen zerstört werden, was früher oft eine Totgeburt zur Folge hatte.

Die Rhesusunverträglichkeit kann entstehen, wenn das Blut einer Frau rh-negativ und das ihres Kindes rh-positiv ist, was übrigens nur mit einem ebenfalls rh-positiven Kindsvater möglich ist.

Normalerweise gibt es bei der ersten solcher Schwangerschaften auch keinerlei Probleme. Sie kann aber bei der Frau eine Sensibilisierung gegen rh-positives Blut auslösen, vergleichbar mit dem Effekt, der eintritt, wenn sie irrtümlicherweise eine falsche Bluttransfusion erhalten würde. Durch diese Sensibilisierung besteht ab nun bei jeder erneuten Schwangerschaft mit einem rh-positiven Kind eine erhöhte Gefahr der hämolytischen Erkrankung.

Um dem entgegenzuwirken, wird rh-negativen Frauen kurz nach der Geburt ihres ersten rh-positiven Kindes Anti-D-Immunglobulin verabreicht. Diese Injektion enthält Antikörper gegen den rh-Faktor, die alle kindlichen Blutzellen zerstören, die während der Schwangerschaft in den mütterlichen Blutkreislauf gelangt sind. Erfolgt diese Behandlung innerhalb 72 Stunden nach der Entbindung, kann in 99% der Fälle eine rh-Sensibilisierung verhindert werden.

Aus demselben Grund wird Anti-D-Immunglobulin an alle rh-negativen Frauen im Falle einer Fehlgeburt oder nach einem Schwangerschaftsabbruch injiziert.

Außerdem wird heute jede Frau standardmäßig bereits bei ihrer ersten Mutterschaftsvorsorge auf rh-Antikörper getestet. Werden Antikörper nachgewiesen, können rechtzeitig alle nötigen Vorbeugemaßnahmen entsprechend der Richtlinie zur hämolytischen Krankheit von Neugeborenen in die Wege geleitet werden.


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