Psychosomatose

4. Nov 2008 | Von | Rubrik: Krankheiten und Probleme

Psychosomatose ist der Begriff für eine psychosomatische Erkrankung, die durch seelische Probleme ausgelöst wird und sich durch körperliche Beschwerden äußert. Psyche bedeutet Geist und Gemüt, Soma ist die altgriechische Bezeichnung für Körper. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Neurose des Körpers.

Unter Neurose versteht man eine Reaktion auf alltägliche Erlebnisse, die vom angemessenen Verhalten abweicht. Psychosomatische Störungen sind die Alarmsignale des Körpers, die dann ausgelöst werden, wenn die Biologie des Körpers den seelischen Belastungen nicht mehr standhalten kann.

Patienten klagen bei ihrem Arzt nicht darüber, dass sie nicht belastbar seien und mit Stress nicht umgehen können. Sie geben körperliche Beschwerden an wie Magenschmerzen, Rückenleiden, Schlafstörungen, Atemnot, Bluthochdruck oder Migräne, um nur einige zu nennen. Der Leidende ist sich seiner seelischen Störungen und den damit verbundenen Folgen nicht bewusst, und das Gesundheitssystem wird durch hohe Kosten sehr belastet.

Die Ursachen

Die Ursache der Psychosomatose ist ständige, auch unbewusste Angst. Normalerweise hat die Angst den Zweck, den Menschen auf Bedrohungen vorzubereiten. Die Nebennieren produzieren Stoffe, die den Körper befähigen, Herausforderungen standzuhalten, wie z. B. sich stärker zu konzentrieren oder bei Gefahr wegzulaufen. Die letzten Kraftreserven werden mobilisiert. Ist der Stress vorbei, braucht der Mensch eine Ruhephase, um sich zu erholen.

Wird die Lebensangst als zu stark empfunden, bekommen die Psyche und der Körper keine Entspannungsphase, und die Nebennieren können auf Dauer nicht mehr genug Hormone produzieren, um den Körper zu aktivieren, aber auch um ihn vor Krankheiten zu schützen.

Die Folgen

Fühlt sich ein Mensch ständig bedroht, hat er chronische Lebensangst, kann der Stress so überwältigend sein, dass er einerseits nicht mehr reagieren kann und andererseits körperliche Krankheiten ausgelöst werden. Bei Aufregung steigt der Blutdruck, der Körper gerät unter Hochspannung, die Muskeln verkrampfen sich, dadurch wird Schmerz ausgelöst, der wiederum den Spannungszustand erhöht. Wird der Stress nicht abgebaut, bleibt der erhöhte Bluthochdruck mit seinen verheerenden Folgen, die Muskeln verspannen sich immer öfter, und der Schmerz wird zur Gewohnheit. Der Mensch kommt, leidet er unter Psychosomatose, in einen Circulus vitiosus, der nur schwer aufzulösen ist.

Menschen, die spüren, dass sie den Alltagsschwierigkeiten nicht mehr gewachsen sind, neigen dazu, mit Medikamenten, Drogen oder Alkohol die empfundenen Belastungen wenigstens vorrübergehend zu lockern. Die Angst vor den Herausforderungen des Alltags und die dadurch entstandene Psychosomatose werden so eher schlimmer als besser.


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