Mukokutane Kandidose

18. Nov 2008 | Von | Rubrik: Geschlechtsorgane, Krankheiten und Probleme, Mund

Eine mukokutane Kandidose, im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Soor bezeichnet, ist eine durch Candida-Pilze hervorgerufene Infektion der Schleimhäute. Betroffenen sind vor allem die Mundschleimhaut sowie die Scheidenschleimhaut der Frau. Der Erreger kommt üblicherweise ubiquitär auf der Haut und auch Schleimhäuten vor und spielt im Normalfall, d. h., bei gut funktionierenden Abwehrkräften, auch keine große Rolle.

Erst wenn das Immunsystem aufgrund anderer Erkrankungen oder unter dem Einfluss bestimmter Medikamente geschwächt ist, haben Candida-Pilze eine Chance ihr Infektionspotential zu entwickeln.

Das Auftreten einer mukokutanen Kandidose ist deshalb in den meisten Fällen auch immer ein Anzeichen für eine weitere gesundheitliche Beeinträchtigung des Patienten, z. B. nach oder während Behandlungen mit Chemotherapheutika, nach Strahlenbehandlungen, bei Vorliegen eines Diabetes mellitus oder nach vorangegangenen Behandlungen mit Antibiotika oder Kortisonen. Aber auch in der Schwangerschaft können mukokutane Kandidosen vorkommen.

Äußeres Anzeichen für einen Soor ist ein weißlicher Belag auf den betroffenen Stellen. Sind Mundschleimhaut und/oder Speiseröhre betroffen, so äußert sich dies in Schmerzen beim Essen und Trinken. Soor der Vaginalschleimhaut führt zu Rötungen, starkem Juckreiz, Brennen und Ausfluss aus der Scheide. In seltenen Fällen kann auch die Darmschleimhaut betroffen sein, was sich z. B. durch Durchfälle bemerkbar macht.

Je nach betroffenem Areal kommen unterschiedliche Behandlungsmethoden zur Wahl. Im Mund werden vorwiegend Mundspülungen mit geeigneten Mitteln eingesetzt. Zur Behandlung der Infektion der Scheide kommen üblicherweise Zäpfchen zum Einsatz und bei Darminfektionen greift man auf oral zu verabreichende Präparate zurück. Zum Einsatz kommen dabei die Antimykotika Nystatin sowie Amphotericin B sowie in Ausnahmefällen Clotrimazol oder Miconazol.

Neben der medikamentösen Therapie spielen, nicht nur bei Soor, vorbeugende Maßnahmen eine wichtige Rolle. Grundsätzlich gilt, dass Medikamente genau nach Vorschrift über den vorgegebenen Zeitraum einzunehmen bzw. anzuwenden sind. Dies trifft in besonderem Maße bei Pilzinfektionen zu, da man nach kurzer Behandlungszeit bereits symptomfrei sein kann, während die Pilze sich aber noch auf den befallenen Arealen befinden. Hört man dann zu früh mit der Therapie auf, kommt es sehr schnell zu einem Rückfall mit allen daraus resultierenden Konsequenzen.

Um aber einen Soor rechtzeitig überhaupt verhindern zu können, sollten z. B. Antibiotika nicht über einen längeren, über den anzuwendenden Zeitraum hinaus, verwendet werden; vorliegende Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus gut kontrolliert sein und gegebenenfalls Kondome beim Geschlechtsverkehr verwendet werden.


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