Maul- und Klauenseuche
17. Nov 2008 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: Krankheiten und ProblemeBei der Maul- und Klauenseuche handelt es sich um eine hoch ansteckende Krankheit, die durch Picornaviren hervorgerufen wird. Sie ist anzeigepflichtig. Vor allem Rinder und Schweine sind davon betroffen. Aber auch andere Paarhufer, darunter Ziegen und Schafe und eine Reihe Wildtiere, z.B. Hirsche, Rehe und Igel, können angesteckt werden. Menschen sind in der Regel nicht betroffen, jedoch kann es bei engem Kontakt mit erkrankten Tieren zu einer Infektion kommen, die jedoch weitgehend symptomarm verläuft. Symptome können Fieber, Übelkeit, Abgeschlagenheit sowie Kopf- und Gliederschmerzen sein.
Die Übertragung der Maul- und Klauenseuche geschieht durch Kontakte mit infizierten Tieren und infizierten Materialien aller Art. Dazu kann die Bekleidung von Personen gehören, die mit den Tieren in Kontakt gekommen sind oder über Autoreifen, die mit Ausscheidungen infizierter Tiere in Berührung gekommen sind oder durch andere Tiere, die nicht selbst infiziert sein müssen, den Erreger aber irgendwo in Feld und Flur aufgeschnappt haben, z.B. Mäuse oder Vögel. Aber auch durch die Luft kann eine Übertragung erfolgen.
Symptome sind in allen Fällen das Auftreten von geschwürartigen Läsionen (Aphten) im Maul- und Klauenbereich, die der Seuche ihren Namen geben. Daneben befällt sie aber auch die Euter infizierter Kühe sowie den Herzmuskel und führt deshalb vor allem bei Jungtieren unausweichlich zum Tod.
Da die Erreger sehr widerstandsfähig sind und noch nach Monaten in befallenen Stallungen, im Erdreich und anderen betroffenen Lokalitäten überleben, sind umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen der betroffenen Gehöfte zwingend notwendig.
Obwohl die Maul- und Klauenseuche unter Umständen bei dem betroffenen Vieh ausheilen bzw. durch Impfungen verhindert werden kann, stellt vor allem letztere ein Handelshemmnis dar, da die geimpften Tiere über Antikörper im Blut verfügen und es somit nicht gewährleistet werden kann, dass sie frei von infektiösen Viren sind. Daher gibt es seit 1992 ein Impfverbot in der EU.
Bei Verdacht auf Maul- und Klauenseuche wird daher der jeweilige Viehbestand getötet und weiträumige Sperr- und Quarantänemaßnahmen verhängt. Diese betreffen in der Regel eine Zone von 3 km rund um die betroffenen Höfe, die aber auch ausgeweitet werden kann.
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Aphten, Fieber, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Maul- und Klauenseuche, Picornaviren, Übelkeit
