Magersucht - lebensgefährliche Essstörung
Nov 5th, 2008 | Von medizin-blog.net | Medizin & Gesundheit | Rubrik: Ernährung und Diät, Krankheiten und ProblemeMagersucht, als Fachbegriff Anorexia nervosa, ist eine Essstörung. Sie ist ein Zeichen für tiefe psychische Anomalitäten oder seelische Verletzungen, da Magersucht nicht durch physische Ursachen entsteht.
Als Ziel der Anorexia nervosa steht eine rapide Herabsetzung des Gewichts im Vordergrund. Das Problematische ist aber, das es keine Grenze oder keinen Wert gibt, der erreicht werden soll. Der Gewichtsverlust gerät ausser Kontrolle, der Patient oder die Patientin schwebt in akuter Lebensgefahr.
Erstmals korrekt diagnostiziert wurde die Magersucht 1873 durch Ernest-Charles Lasègue. Er beschrieb die ersten Fälle und fand die Unterschiede zwischen bewusstem Fasten und der Magersucht heraus. Die gefährdete Gruppe sind dabei hauptsächtlich junge Frauen, die ihren Körper nicht korrekt wahrnehmen. Obwohl sie Idealgewicht haben oder sogar leicht darunter liegen, empfinden sie sich selber als zu dick. Um ihr Selbstwertgefühl aber aufzuwerten, sehen sie sich gezwungen abzunehmen.
Für Patientinnen die an dieser Krankheit leiden, können Erfolge in anderen Bereichen ihres Lebens, ausser der Kontrolle über ihr Gewicht, komplett nebensächlich werden.
Magersucht ist dabei seltener als Bulimie, aber deutlich gefährlicher. Oftmals beginnen die Patienten dabei mit einer Diät, die plötzlich kein Ende mehr findet. Immer wieder werden neue “Problemzonen” entdeckt, das nächste Kilo angepeilt. Ein zufriedenstellendes Gefühl, wie nach einer gesunden Abnahme von einigen, wenigen Kilos stellt sich nicht mehr ein. Stattdessen wird die Untergrenze immer weiter verschoben, das Gewicht noch stärker bekämpft.
Am Ende steht man an einem lebensgefährlichen Zustand der Kachexie, der krankhaften Unterernährung, ausgelöst durch die pathologische Ursache der Magersucht. Wird keine sofortige Hilfe geleistet, in Form von sofortiger Nährstoffzufuhr und psychischer Therapie, kann der Patient oder die Patientin, innerhalb von kürzester Zeit versterben.
Erfreulicherweise sind Therapieversuche oftmals erfolgreich, sofern der/die PatientIn einwilligt. Dem Menschen wird wieder ein Gefühl für sein Körperschema gegeben und langsam auf dem Weg zum Normal- oder Wohlfühlgewicht geholfen. Bleibt die Krankheit allerdings unbehandelt oder wird nicht beachtet, kann sie lebensgefährlich werden. Mit 10 - 15% Sterblichkeitsrate ist und bleibt die Magersucht eine der gefährlichsten, psychischen Erkrankungen.
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