Lungenüberblähung
16. Aug 2009 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: Krankheiten und ProblemeBei einer klassischen Lungenüberblähung handelt es sich um das so genannte Lungenemphysem. Hierbei kommt es zu einer Überblähung des gesamten Lungengewebes. Durch diesen Vorgang geht erheblich die sonst physiologisch vorhandene und notwendige Elastizität der Alveolen, der Lungenbläschen, verloren und damit auch der erwünschte und nötige Gasaustausch.
Durch immer größer werdende Emphysembläschen, die die normalen Lungenbläschen in ihrer Funktion mindern, entsteht ein wachsender Totraum, der keinen Austausch von Kohlenstoffdioxid und Sauerstoff im Blut mehr zulässt. Zudem sind die Lungengefäße erheblich beeinträchtigt, was die Entstehung eines Lungenhochdrucks fördert. Es kommt daher meist zu einem chronischen Cor pulmonale. Dies bezeichnet eine massive Rechtsherzbelastung mit entstehender Rechtsherzhypertrophie und daraus entstehender Funktionsminderung, sprich Insuffizienz. Ursache dafür der erheblich gesteigerte Druck im Lungengefäßkreislaufs. Die Prognose hierfür ist sehr schlecht, da es nur wenig effektive Behandlungsmöglichkeiten gibt und eine Regenerierung eher selten ist.
Ursachen für eine solche chronisch verlaufende Erkrankung können unterschiedlich sein. Als häufigste ist jedoch eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung zu nennen, verursacht durch langjähriges Rauchen. Die Symptomatik, welche sich einstellt beinhaltet chronische Atemnot, Zyanose des Nasenmunddreiecks, der Finger und Fußsohlen sowie Lippen, chronisch obstruktiver Husten, ein als Fassthorax bekanntes Körperbild und in späteren Stadien bereits typische Zeichen einer Rechtsherzinsuffizienz wie vermehrtes Schwitzen, geringere Belastbarkeit, Hustenreiz und Stauungsödemen bis hin zu Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust.
Tauchen diese Symptome auf und es besteht eine Verdachtsdiagnose auf ein Lungenemphysem, so gibt es verschiedene Diagnostikverfahren um den Befund zu sichern. Hierzu zählt man zunächst die zuvor benannte klinische Symptomatik, eine Lungenfunktionsprüfung, eine hochauflösende Computertomographie der Lunge sowie Blutuntersuchungen und Röntgenthoraxaufnahmen zum Ausschluss einer gewöhnlichen Lungenentzündung. Im fortgeschrittenen Stadium können typische EKG Veränderungen, die eine Rechtsherzhypertrophie zeigen ebenfalls berücksichtigt werden.
Bei gesicherter Diagnose gilt es die möglichen Behandlungsstrategien zu verfolgen. Hierzu zählt vor allem die Ausbreitung des Emphysems zu stoppen ähnlich der Behandlung einer chronischen Bronchitis. Ist das Emphysem Folge eines Enzymmangels, des alpha1-Antitrypsins, so kann man dieses ersetzen. In weiter fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung bleibt allerdings nur noch die Lungentransplantation. Bis dahin sollte man sich an die Behandlung und Pflege einer chronisch obstruktiven Bronchitis halten.
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