Lissenzephalie

5. Nov 2008 | Von | Rubrik: Kindergesundheit, Krankheiten und Probleme

Die Lissenzephalie beschreibt die Entwicklungsstörungen des Gehirns, die bei Neugeborenen zu schweren Behinderungen führen. In den ersten drei bis vier Monaten kommt es bei dem Fötus zur Wanderungsstörung der Nervenzellen des Gehirn. Dies hat eine glatte Ausprägung der Großhinrinden-Oberfläche zur Folge. Auch durch bestimmte Virusinfektionen des Ungeborenen oder durch Mangeldurchblutung und damit verbundener unzureichender Durchblutung des Gehirns innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate kann die Lissenzephalie letztendlich ausgelöst werden.

Die erkrankten Kinder haben eine deutlich verringerte Lebenserwartung und bleiben auf der Entwicklungsstufe eines Säuglings haften. Sie weisen intellektuelle und körperliche Defizite auf und bleiben lebenslang schwerste Pflegefälle.

Bei der normalen Entwicklung des Menschen befindet sich die Mehrzahl der Nervenzellen unter der Großhirnrinden-Oberfläche. Hier sitzen das menschliche Bewusstsein und die intellektuelle Fähigkeit. Bei festgestellter Lissenzephalie erreichen viele Nervenzellen diesen Bereich nicht. Sie sind auf Ihrer Migration nicht weitergekommen, daher spricht man auch von der Wanderungsstörung der Nervenzellen.

Durch die Mutation in verschiedenen Genen wird die Erkrankung ausgelöst. Diese Genveränderungen können Spontanmutationen sein, sie können auch über den Erbweg von den Eltern auf das Kind weitergereicht werden.

Eindeutige Symptome einer Lissenzephalie sind Sprach- und Bewegungsstörungen. Hör- und Sehstörungen können ebenfalls auftreten. Bei vielen Neugeborenen kann es auch zu epileptischen Anfällen und dem sogenannten Wasserkopf kommen. Da sie auch gefüttert werden müssen, kann es durch Aufnahme von Nahrungsbestandteilen in die Atemwege zu Lungenentzündungen kommen.

Eine Behandlung, die eine Lissenzephalie heilen kann, gibt es leider nicht. Durch Krankengymnastik oder Beschäftigungstherapie können Orthopädische Beschwerden, wie beispielsweise die Fehlstellung von Gelenken vermindert werden.

Um die Lissenzephalie zu verhindern, oder vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, gibt es keine bekannte Lösung.





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