Lactoseintoleranz
6. Dez 2008 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: Krankheiten und ProblemeLactoseintoleranz kann das Leben Betroffener stark beeinträchtigen. Durchfälle, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen und Bauchkrämpfe treten nach dem Genuss von milchzuckerhaltigen Produkten auf. Sahnetorten, Eiscreme, Milch, Desserts und Butter können häufig nicht mehr gegessen werden. Milchzucker steckt zudem in vielen verarbeiteten Produkten.
15% der Erwachsenen in Deutschland sind von Lactoseintoleranz betroffen. Traditionell werden in Deutschland viele Milchprodukte verzehrt; es ergab sich in der jüngeren Entwicklungsgeschichte ein Vorteil für Menschen, die auch im Erwachsenenalter Lactose verwerten können. In Ländern, wo Milchprodukte in der Ernährung keine Rolle spielen, ist der Anteil von Betroffenen mit Lactoseintoleranz viel höher.
Das Enzym Lactase spaltet die Lactose in Galactose und Glucose; diese Zuckerarten können verwertet werden. Fehlt eine ausreichende Menge an Lactase, gelangt die Lactose in den Dickdarm, wo durch Darmbakterien Gärungsprozesse stattfinden, die zu den genannten Problemen führen.
Muttermilch enthält viel Milchzucker; Lactase wird während der Stillzeit in ausreichender Menge gebildet. Lactasemangel bei Neugeborenen ist selten und behandlungsbedürftig. Eine Lactoseintoleranz, die nach dem Abstillen beginnt, tritt weltweit auf. Erst ab dem Jugendalter treten bei den meisten Betroffenen erste Probleme auf, die häufig gar nicht gedeutet werden können. Die Produktion des Enzyms Lactase geht nach und nach zurück.
Joghurt wird meist ohne Beschwerden vertragen, weil die enthaltenen Milchsäurebakterien den Milchzucker abbauen. Käseprodukte mit langem Reifeprozess, z.B. alter Gouda, enthalten wesentlich weniger Milchzucker als Käseprodukte mit kurzem Reifeprozess, z.B. junger Gouda. Milchprodukte decken unseren Calciumbedarf; der Verzicht auf Milch erfordert eine sehr bewusste Ernährungsweise, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.
Von Lactoseintoleranz Betroffene können Milchprodukte ohne Beschwerden durch die Zufuhr von Lactase in Form von Kapseln, Tabletten oder Pulver genießen. Nach Angaben des Herstellers werden die Enzyme zusammen mit der milchzuckerhaltigen Nahrung eingenommen. Die Menge der erforderlichen Enzyme richtet sich nach dem Schweregrad der Lactoseintoleranz.
Betroffene müssen sehr genau die Zutatenlisten durchsehen; mit der Zeit lernen sie, welche Mengen an Enzymen zugeführt werden müssen. Mittlerweile gibt es lactosefreie Produkte wie Milch, Käse, Joghurt, Butter und Sahne.
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