Krupphusten
4. Nov 2008 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: Krankheiten und ProblemeBeim Krupphusten unterscheidet der Mediziner zwischen dem echten Krupp und dem unechten bzw. vorgetäuschten so genannten Pseudokrupp. Der echte Krupp ist Ergebnis der bakteriellen Infektionskrankheit Diphterie, die allerdings in den letzten Jahrzehnten durch kontinuierlich durchgeführte Schutzimpfungen immer seltener auftritt. Da insbesondere Kinder betroffen sind, werden die Schutzimpfungen bereits im Säuglingsalter, spätestens im Kleinkindalter eindringlich empfohlen.
Die Diphterie nimmt unterschiedliche Krankheitsverläufe von Nasen- über Rachendiphterie bis hin zur atemwegsbezogenen Diphterieausprägung. Der echte Krupp im Rahmen des Krankheitsbildes Krupphusten, der den Kehlkopf befällt, beschreibt die schwerste Form: Luftnot und Erstickungsanfälle können zu einer lebensbedrohlichen Situation führen. Die größten Heilungschancen bestehen daher bei frühzeitiger Behandlung mit Antibiotika oder einem Antiserum – den Patienten wird ein Krankenhausaufenthalt zur ständigen Überwachung empfohlen.
Krupphusten in seiner Ausprägung und gleichzeitig als Synonym für Pseudokrupp bzw. Laryngitis subglottica ist eine unspezifische Atemwegsentzündung im Kehlkopfbereich, charakterisierend durch starke Heiserkeit, bellendes Husten und teilweise schwere Atemnot. Entzündungen der Schleimhäute und Stimmbänder führen zu verengten Luftwegen, zäher abzuhustender Schleim verschlimmert zusätzlich die Atemsituation.
Der Pseudokrupp wird nach medizinischer Erkenntnis nur selten durch Bakterien, sondern durch Viren ausgelöst. Krupphusten ist bereits auch als Folge einer allergischen Reaktion aufgetreten, Luftschadstoffe sowie rauchintensive Umgebungen begünstigen Pseudokruppanfälle – nicht nur für Fabrikarbeiter, Heimwerker und Handwerker. Wie beim echten Krupp sind auch beim Pseudokrupp vor allem Säuglinge und Kleinkinder bis zum sechsten Lebensjahr betroffen. Eine Therapie sollte zu Hause nur vorgenommen werden, wenn der Schweregrad des Krupphustens als leicht einzustufen ist. Eine medikamentöse Behandlung zur Verflüssigung des Sch leimes ist in Medizinerkreisen umstritten. Vorrangig sollte sich der Patient in einer rauchfreien Umgebung und luftbefeuchteten Räumlichkeit (beispielsweise Kaltwasservernebler etc.) aufhalten, um die Atmung zu erleichtern und ein Austrocknen der Schleimhäute zu vermeiden.
Schwere Fälle mit akuter Atemnot sollten nicht innerhalb der eigenen Wohnung oder Wohngemeinschaft, sondern ausschließlich im Krankenhaus behandelt werden. Kortisonpräparate und Inhalationen unterstützen das Abschwellen der Atemwegsentzündungen. Nach einem gezielten Einsatz der Therapie werden erste Behandlungserfolge nach ca. vier Tagen erzielt. Die meisten Krupphustenverläufe sind gutartig, allerdings können ohne rechtzeitige Arztkonsultationen und entsprechender Therapieeinleitung bleibende Schäden beim Patienten auftreten – sogar tödliche.
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