Plasmozytom
7. Nov 2008 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: Chemotherapie, KrebsEin Plasmozytom ist eine bösartige Tumorerkrankung des Knochenmarks, die in zwei Erscheinungsformen vorkommt. Wenn sich lediglich ein Krankheitsherd nachweisen lässt, handelt es sich um ein solitäres Plasmozytom oder einfach Plasmozytom. Meistens sind jedoch viele Kranheitsherde vorhanden. Man spricht dann von einem Multiplen Myelom. Allerdings werden die Bezeichnungen Plasmozytom und Multiples Myelom nicht immer klar voneinander unterschieden und oft gleichwertig verwendet. Eine seltenere Bezeichnung für die Krankheit ist Morbus Kahler.
Plasmozytome entstehen meist außerhalb des Knochenmarks in einem lymphatischen Organ und zählen daher zu den Lymphomen (Lymphdrüsen-Krebserkrankungen). Ihren Ursprung hat die Krankheit in der Entartung einer Plasmazelle, die sich unkontrolliert vermehrt und so bösartige Tumore hervorbringt. Plasmazellen produzieren Antikörper gegen verschiedene Krankheitserreger und sind ein wichtiger Baustein im menschlichen Immunsystem.
Bei den meisten Patienten verursachen Plasmozytome und Multiple Myelome Knochenschmerzen, die vor allem als Rückenschmerzen wahrgenommen werden. Da Rückenbeschwerden aber nur selten durch eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks verursacht werden, wird die Myelomerkrankung oft erst spät diagnostiziert.
Neben Knochenschmerzen können weitere Symptome auftreten. Häufig leiden Patienten etwa unter Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Reizbarkeit und Kopfschmerzen. Weitere mögliche Symptome sind unter anderem eine erhöhte Infektanfälligkeit sowie Beeinträchtigungen der Nierenfunktion. Wenn ein Plasmozytom stark wächst, kommt es zu Knochenmarkauflösungen und zu Knochenbrüchen.
Verglichen mit anderen Krebserkrankungen sind Multiple Myelome und Plasmozytome selten. Ihr Anteil an den bösartigen Tumorerkrankungen liegt bei etwa einem Prozent, wobei überwiegend ältere Menschen betroffen sind. Drei Viertel aller Patienten sind älter als 60 Jahre.
Die Ursachen von Myelomerkrankungen sind noch nicht abschließend erforscht. Die Krankheit kommt zwar in bestimmten Familien besonders häufig vor, ist aber keine Erbkrankheit.
Der Kranheitsverlauf kann sich von Patient zu Patient stark unterscheiden. Jeder Myelompatient sollte daher unbedingt von einem erfahrenen Arzt individuell und umfassend beraten werden. Die Erkrankung kann jahrelang kaum aktiv werden, aber auch sehr aggressiv verlaufen und trotz Therapie in kurzer Zeit zum Tod führen. Behandelt wird die Krankheit oft mit einer Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie, jedoch werden auch andere Therapieformen angewendet.
Lesen Sie dazu jetzt weiter bei Medizin-Blog.net:
- Vorbeugen gegen Krebs Wie kann ich sinnvoll vorbeugen, um nicht an Krebs zu erkranken? Risikopatienten: Wenn in der Familie bereits mehrere Fälle von Krebs ...
- Mukokutane Kandidose Eine mukokutane Kandidose, im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Soor bezeichnet, ist eine durch Candida-Pilze hervorgerufene Infektion der Schleimhäute. Betroffenen sind ...
- Rückenleiden – was tun? Rückenleiden – „das Kreuz mit dem Kreuz“: Rückenleiden zählen zu den häufigsten Beschwerden, unter denen der Mensch leidet. Den Rücken ...
- Meningeom – Tumor im Gehirn Beim Meningeom handelt es sich um einen Tumor im Gehirn, der allerdings in den meisten Fällen glücklicherweise gutartig, und somit ...
- Krebs – der Kampf mit dem Tumor „Krebs“ ist ein Oberbegriff für alle Krankheiten, bei denen Körperzellen sich unkontrolliert vermehren und wachsen. Dabei wird gesundes Gewebe zerstört ...
- Chemotherapie – Behandlung von Krebs Eine Chemotherapie wird hauptsächlich in der Behandlung einer Tumorkrankheit, und hier insbesondere in der Krebsbekämpfung, eingesetzt. Man unterscheidet die sogenannte ...
- Exostose Der Begriff Exostose bezeichnet eine krankhafte Neubildung von Knochen, die nach Außen hin auftritt. Dabei geht die Neubildung immer von einer ...
Mehr zu den Schlagwörtern dieses Artikels:
Chemotherapie, Krebs, Lymphdrüsen, Morbus Kahler, Myelome, Plasmozytom, Rückenschmerzen, Strahlentherapie, Tumorerkrankungen
