Larynxkarzinom

9. Sep 2010 | Von | Rubrik: Krebs

Larynxkarzinom ist der medizinische Fachbegriff für Kehlkopfkrebs, eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen im Halsbereich. Meist sind Männer im mittleren Alter betroffen, Frauen erkranken deutlich seltener. Doch leider sind die Fallzahlen beim weiblichen Geschlecht deutlich ansteigend. Begründen lässt sich dies durch die zunehmende Anzahl von Raucherinnen. Ein Larynxkarzinom entsteht nämlich meist auf dem Boden einer Vorschädigung im Bereich des Kehlkopfes. Hauptfaktoren sind dabei Alkohol und Tabakrauch, selten virale Infektionen (z.B. mit Papillomaviren) oder Umweltgifte. Der chronische Entzündungsreiz geht nach längerer Einwirkzeit in eine Krebsvorstufe (so genannte Präkanzerose) über. Erst zeigen sich Zellveränderungen des Plattenepithels (Dysplasie), später bereits entartete Zellen, welche aber noch nicht invasiv einwachsen (carcinoma in situ). Diese Krebsvorstufen sind leider meist völlig symptomlos.

Erreicht der Tumor eine bestimmte Größe oder wächst er in Nachbarstrukturen ein, kommt es zu ersten Symptomen. Tumoren im Bereich der Stimmlippen fallen verhältnismäßig früh durch lang anhaltende Heiserkeit und ggf. Atemnot auf und haben daher eine recht gute Prognose. Dies erklärt aber auch, warum jede Heiserkeit, welche länger als sechs Wochen besteht, durch einen Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde abgeklärt werden sollte. Liegt das Karzinom oberhalb der Stimmlippen (supraglottisch), zeigen sich ähnliche Symptome mit zusätzlichem Druckgefühl im Halsbereich. Leider zeigen sich hier die Symptome oft sehr spät, so dass nicht selten bereits eine Streuung (Metastasierung) in die Halslymphknoten stattgefunden hat. In einigen Fällen führen auch die vergrößerten Lymphknoten zur Erstdiagnose. Entsprechend der späten Manifestation und der frühen Metastasierung ist die Prognose sehr ungünstig. Andere Lokalisationen sind selten.

Besteht der Verdacht auf ein Larynxkarzinom, kann sich der HNO-Arzt den Kehlkopf direkt mit einem Kehlkopfspiegel ansehen. Bestehen Auffälligkeiten, wird eine Gewebeuntersuchung (Biopsie) angeschlossen. Bildgebende Verfahren (Computertomografie, MRT und Röntgen) zeigen die lokale Ausdehnung und Metastasierung.

Die Therapie erfolg primär chirurgisch, meist muss der Kehlkopf teilweise oder ganz entfernt werden. Um ein erneutes Auftreten oder eine postoperative Metastasierung zu verhindern, wird eine Strahlen- oder Chemotherapie angeschlossen. Ist der Tumor noch klein, kann er ggf. konservativ behandelt werden, meist als Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie.

Postoperativ ist der Verlust der Stimme sehr belastend für die Patienten. Es gibt einige Stimmersatzverfahren, bereits früh sollte mit einem Logopäden eine Speiseröhrenersatzsprache erlernt werden. Über kontrolliertes Aufstoßen ist dann eine Stimmbildung möglich. Auch gibt es verschiedene elektronische Sprechhilfen.


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