Hornhautentzündung des Auges – lästig, gefährlich und schmerzhaft
17. Mai 2009 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: Augen, Krankheiten und ProblemeAugenentzündungen, vor allem Keratitis, Hornhautentzündung, machen dem Betroffenen viel zu schaffen, denn das Auge reagiert dann mit Lichtempfindlichkeit, Tränenfluss, Fremdkörpergefühl und sogar Lidkrampf. Nur, wenn die Hornhaut des Auges betroffen ist, handelt es sich wirklich um eine Keratitis.
Die entzündete Hornhaut sieht trüb aus und das Sehvermögen kann gestört sein. Der Augenarzt diagnostiziert die Entzündung mit der sogenannten Spaltlampe, mit der die Strukturen des Auges sichtbar werden. Der Schirmertest gibt dabei Aufschluss über die Menge an Tränenflüssigkeit und durch einen Abstrich – Biopsie – werden die auslösenden Erreger bestimmt. Bakterien wie Staphylokokken, Streptokokken, Viren, z. B. Herpes und Varicellen und Pilze können Hornhautentzündung auslösen, HIV und Diabetes mellitus kann die Erkrankung begünstigen.
Entsprechend der Diagnose werden sofort lokale Antibiotika oder Antimykotika eingesetzt. In schweren Fällen wie bei einer seltenen genetisch bedingten Hornhautentzündung wird sogar eine Hornhauttransplantation vorgenommen, um das Ausbreiten der Entzündung mit Trübung der Hornhaut, Narbenbildung und starker Einschränkung des Sehfeldes zu verhindern.
Zur schnellen Selbsthilfe gehört es, sofort die Kontaktlinsen herauszunehmen, gegen starke Lichtempfindlichkeit eine Sonnenbrille zu benutzen und schnellstens eine ärztliche Diagnose einzuholen. Alle Erreger müssen lokal am Auge mit Medikamenten bekämpft werden, da sonst das empfindliche Stroma des Auges Schaden leidet und es zu einer Geschwürbildung – Ulcus serpens – mit irreparablen Schäden kommen kann.
Das Immunsystem ist auf jeden Fall zu prüfen und zu stärken. Bei einer seltener vorkommenden Pseudomonaden-Infektion kann die Hornhaut durchbrechen und es muss binnen 48 Stunden eine Notfalloperation vorgenommen werden, um eine Perforation der Hornhaut mit nachfolgender Erblindung zu verhindern.
Der Augenarzt verordnet normalerweise ohne die Bestimmung der Erreger abzuwarten sofort ein Breitbandantibiotikum wie Neomycin, Gentamicin, Polymyxin oder etwas ähnliches. Sollte die Vorderkammer des Auges ebenfalls betroffen sein, muss ein sekundäres Glaukom verhindert werden. Dann sind Augentropfen zur Erweiterung der Pupille notwendig. Bei einem häufig vorkommenden Herpes simplex Corneae sind die Lidränder gerötet und es kommt manchmal zu einer Bindehautentzündung, die erst bei wiederholtem Auftreten des Herpes zu einer Hornhautentzündung ausartet. Virenhemmende Salben wie Zovirax-Augensalbe oder Trifluman sind dann hilfreich. Bei wiederholtem Auftreten sind der allgemeine Gesundheitszustand und das Immunsystem zu überprüfen.
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