Harninkontinenz

Nov 25th, 2008 | Von medizin-blog.net | Medizin & Gesundheit | Rubrik: Krankheiten und Probleme

Als Harninkontinenz bezeichnet man einen ungewollten Harnverlust. Physische Schäden, psychische Belastungen wie Stress und motorische Störungen können die Ursache für Harninkontinenz sein.

Manche Menschen haben das Gefühl dafür verloren, wann die Blase gefüllt ist. Eine Blasenentzündung, eine Vergrößerung der Prostata oder Blasensteine können schuld daran sein.

Manchmal sind auch Nervenschäden die Ursache für eine Harninkontinenz. Sie reagieren zu langsam oder nicht mehr stark genug. Die entsprechenden Muskeln in der Beckenbodenmuskulatur können in der Folge nicht mehr ausreichend angespannt werden. Harninkontinenz und Urinabgang sind nicht mehr zu steuern. Auch Nervenschädigungen des Gehirns oder Demenz und die Alzheimer Krankheit führen im fortgeschrittenen Stadium zur Harninkontinenz.

Unausgesprochen bleibt oft eine stressbedingte Harninkontinenz. Mit diesem Problem geht man ungern zum Arzt. Die Betroffenen klagen häufig über Harnverlust beim Husten und Lachen oder beim Tragen schwerer Lasten. Die Ursache hierfür liegt in einem zu hohen Bauchinnendruck. Er führt zu einer Überdehnung und damit zu einer Ermüdung der Muskeln, wie sie auch nach Geburten bei Frauen typischerweise auftreten. Hierbei handelt es sich häufig um eine extreme Schwäche der Beckenbodenmuskulatur, die zum Teil durch Training beseitigt werden kann.

Was viele nicht wissen: Wer seine Blase nicht regelmäßig leert, sondern häufig eine übervolle Blase hat, erhöht die Gefahr, später an einer Harninkontinenz zu leiden. Der ständige, sehr hohe Druck ermüdet die Muskulatur und führt zur Erschlaffung und Überanstrengung derselben.

Aber auch andere Erkrankungen wie Diabetes oder die Nervenstörung der Polyneuropathie können zu einer Harninkontinenz führen. Gefährlich ist es dann, wenn sich der überflüssige Harn zurückstaut und die Nieren dadurch in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Dies kann letztendlich zu einer Harnvergiftung führen.

Eine ärztliche Behandlung der Harninkontinenz ist unerlässlich. Der Arzt allein kann entscheiden, ob eine Therapie erforderlich ist und diese gezielt auswählen. In der Regel werden Medikamente verabreicht. Nur in seltenen Fällen rät der Mediziner zu einem operativen Eingriff. Je nach Ursache kann eine Harninkontinenz aber auch auf operativem Wege behoben werden. Gerade nach unfallbedingtem Harnverlust durch Verletzungen empfiehlt sich eine operative Korrektur, die die Harninkontinenz beseitigt.



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