Golferellenbogen: Was tun, wenn jede Handbewegung schmerzt?
31. Aug 2010 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: Krankheiten und ProblemeVom Tennisarm hat nahezu jeder schon einmal gehört. Der Golferellenbogen hingegen ist weniger bekannt, obwohl Ursache und Symptome sich sehr ähneln. Starke Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogengelenks, die bis in die Schulter und die Hand ausstrahlen können, weisen auf den Golferellenbogen hin. Beim Heben von Gegenständen oder dem Schließen der Hand kann es zu Beschwerden kommen, die in heftigen Fällen selbst alltägliche Tätigkeiten wie Zähne putzen oder das Aufschneiden eines Brötchens für die Betroffenen zur Qual werden lassen.
Ausgangspunkt der Schmerzen ist eine Entzündung der Sehnenansätze der Beugemuskulatur von Hand und Unterarm. Verursacht wird diese häufig durch eine Über- oder Fehlbelastung. Anders als der Name vielleicht vermuten lässt, sind davon aber nicht nur Golffans betroffen. Auch Kletterer und Kraftsportler können sich beim Training einen Golferellenbogen zuziehen. Der Verzicht auf diese Sportarten ist allerdings kein Garant, nie mit dem Problem konfrontiert zu werden. Selbst Arbeit am PC oder im Handwerk- und Baugewerbe kann zu den typischen Beschwerden führen. Deshalb gilt es, einseitige Belastungen und Zwangshaltungen zu vermeiden, Sporttechniken richtig zu erlernen und den eigenen Arbeitsplatz ergonomisch zu gestalten.
Hat man sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Entzündung zugezogen, wird die Behandlung mit Eispackungen empfohlen. Im späteren Verlauf kann auch Wärme zu einer Linderung der Schmerzen führen. Eine ebenfalls positive Wirkung wird Dehnungsübungen zugesprochen. Bevor man allerdings damit beginnt, ist es durchaus sinnvoll, einen Experten um Rat zu fragen, damit man nicht das Risiko eingeht, das Problem durch falsche Übungen zu verschlimmern. In keinem Fall sollte versucht werden, die Sache “auszusitzen” und weiterzumachen wie zuvor. Oft verstärken sich die Probleme dadurch, bis der Gang zum Arzt notwendig wird. Die Therapiemöglichkeiten reichen von einer Ruhigstellung über die Stoßwellentherapie bis zur Injektion von Cortison, um die Entzündung zu bekämpfen. In besonders schweren, chronischen Fällen mit mehrjährigem Krankheitsverlauf kann eine Operation der Unterarmmuskulatur und Sehnenansätze die letzte Möglichkeit der Behandlung sein.
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