Gallensteine

3. Sep 2010 | Von | Rubrik: Krankheiten und Probleme

Das Gallensteinleiden ist in unserer Gesellschaft weit verbreitetet. Rund jeder Zehnte ist betroffen, in vielen Fällen verursachen die Gallensteine allerdings keine gesundheitlichen Beschwerden. Besonders prädisponiert sind übergewichtige Frauen in einem Alter von über vierzig Jahren.

Gallensteine bilden sich, wenn die Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit in ein Ungleichgewicht gerät. Die Galle besteht unter anderem aus Wasser, Gallenfarbstoff, der aus dem Abbau roter Blutkörperchen entsteht, Gallensäuren und Cholesterin. Entzündungen, Stauungen der Gallenwege, Diabetes mellitus, Fettleibigkeit und Schwangerschaft sind nur einige Ursachen, die dieses Gleichgewicht stören können.

Ist die Galle mit einem ihrer Inhaltsstoffe übersättigt, bilden sich Kristalle, aus denen Cholesterin-, Bilirubinsteine, meist jedoch gemischte Steine entstehen. Man erkennt Cholesterinsteine an ihrer hellgelben Farbe, Bilirubinsteine, die aus dem Endprodukt des Blutabbaus entstehen, sind schwarz.

Ob die Gallensteine gesundheitliche Beschwerden verursachen, ist abhängig von ihrer Anzahl, der Größe und der Lage: Versperrt zum Beispiel ein Stein die ableitenden Gallenwege, kommt es aufgrund des Rückstaus an Gallenflüssigkeit zu einer Gallenkolik. Sie zeigt sich in starken, krampfartigen Schmerzen im rechten Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen und leicht erhöhter Temperatur. Ernste Komplikationen bei Gallensteinleiden sind selten, aber folgenreich: Wenn die Gallenflüssigkeit nicht abfließen kann, staut sie sich zurück in die Gallenblase. Gallenblase und Gallenwege können sich durch Bakterienansiedlung entzünden. Betroffene leiden unter hohem Fieber, Schüttelfrost und einer druckschmerzhaften Gallenblase. Wird ein Stein in seiner Passage durch die Bauchspeicheldrüse eingeklemmt, kann diese sich entzünden. Entzündungen können auf andere benachbarte Organe übergreifen oder eine Bauchfellentzündung auslösen. In schweren Fällen bildet sich eine Blutvergiftung, die für den Patienten lebensbedrohlich ist.

Als therapeutische Maßnahmen einer akuten Gallenkolik werden krampflösende und schmerzstillende Medikamente eingesetzt. Der Patient darf zunächst weder essen noch trinken und braucht absolute Bettruhe. In den meisten Fällen wird dann die Gallenblase vollständig entfernt, auch, wenn die akuten Symptome sich nach der medikamentösen Behandlung bessern. Nur so kann erneuten Koliken und dem Risiko der Ausbildung von Komplikationen entgegengewirkt werden.





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