Diabetes Typ 2

28. Aug 2010 | Von | Rubrik: Krankheiten und Probleme

Der Diabetes mellitus Typ 2, auch bekannt als Altersdiabetes oder nicht-insulinabhängiger Diabetes mellitus (NIDDM), betrifft in Deutschland acht Prozent der Bevölkerung. Im Gegensatz zum Diabetes Typ 1 besteht hier erst im späteren Kranheitsverlauf ein absoluter Insulinmangel, im Vordergrund steht beim Typ 2 Diabetes die periphere Insulinresistenz. Meist tritt der Diabetes Typ 2 zusammen mit Adipositas auf. Bestehen gleichzeitig noch eine Fettstoffwechselstörung und Hypertonus spricht man vom metabolischen Syndrom.

Die ersten Symptome sind sehr uncharakteristisch, weswegen Screeningprogramme unverzichtbar sind und ab dem 35. Lebensjahr auch von den Krankenkassen übernommen werden. Zu Anfang zeigt sich Müdigkeit, Schwäche und eine Infektanfälligkeiten, bei hohen Blutzuckerwerten zusätzlich ein starkes Durstgefühl, da nach erreichen der Nierenschwelle die überschüssige Glucose mit dem Harn ausgeschieden wird (“honigsüßer Fluss”, Diabetes mellitus).

Diagnostisch wird der Zuckergehalt im Urin und Blut bestimmt. Ist ein Wert auffällig, folgt der orale Glukose-Toleranztest (75g Glucose werden getrunken, Blutzuckermessung nach zwei Stunden). Nüchternwerte über 126 mg/dl bzw. 2h-Werte über 200 mg/dl gelten als beweisend.

Therapeutisch steht an erster Stelle eine Lifestyle-Änderung, um die Insulinresistenz zu verringern. Dazu gehören körperliche Bewegung genauso wie Gewichtsreduktion. Bleiben diese Bemühungen erfolglos, so werden Medikamente mit unterschiedlichen Angriffspunkten eingesetzt. Bei übergewichtigen Patienten kommt bevorzugt Metformin zum Einsatz, da dieses einen positiven Effekt auf die Gewichtsreduktion aufweist. Starke Blutzuckersenkungen sind mit Wirkstoffen möglich, die direkt die Insulinausschüttung stimulieren (z.B. Sulfonylharnstoffe, Glinide), diese sind aber auch mit einem hohen und lang anhaltenden Risiko einer Hypoglykämie behaftet. Recht jung auf dem Markt sind die Glitazone, die direkt die periphere Insulinresistenz günstig beeinflussen (Insulinsensitizer). Ergänzend kann medikamentös die Glukoseaufnahme aus dem Darm reduziert werden (z.B. mit Acarbose), wobei häufig gastrointestinale Nebenwirkungen limitierend sind. Erst an letzter Stelle steht die Therapie mit Insulin nach individuellem Schema.

Eine optimale Blutzuckereinstellung und eine konsequente Behandlung von Begleiterkrankungen wie Hypertonus und Fettstoffwechselstörungen sollten das Ziel sein, um Folgeerscheinungen wie z.B. Durchblutungsstörungen (pAVK der Beine, Herzinfarkt, Schlaganfall), Nervenschäden im Sinne einer Polyneuropathie und Niereninsuffizienz zu verhindern oder das Auftreten zu verzögern.


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