Diabetes Typ 1

28. Aug 2010 | Von | Rubrik: Krankheiten und Probleme

Der Diabetes mellitus Typ 1 wird auch als juveniler oder insulinabhängiger Diabetes (IDDM) bezeichnet. Es liegt ein absoluter Insulinmangel nach Zerstörung der Betazellen in den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse vor. Im Gegensatz zum Typ 2 Diabetes handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die sich typischerweise nach Infekten manifestiert. Gesichert ist auch, dass die Autoimmunität im Sinne einer Kreuzreaktion ablaufen kann, besonders gefährdet sind Kinder mit frühem Kontakt zu bestimmten Eiweißen und Gluten. Allerdings spielen auch genetische Ursachen eine herausragende Rolle, manche Autoren formulieren sogar das Vorhandensein bestimmter Gene als Notwendigkeit für das z.B. infektgetriggerte Auftreten eines Diabetes Typ 1 (multifaktorielle Vererbung).

Sind ca. 80-90% der Betazellen zerstört, manifestiert sich der Diabetes Typ 1. Klassisch ist ein ausgeprägter Gewichtsverlust innerhalb kurzer Zeit mit Exsikkose, starkem Durstgefühl und vermehrtem Wasserlassen, da nach erreichen der Nierenschwelle die überschüssige Glucose mit dem Harn ausgeschieden wird. Flankierend treten unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Infektanfälligkeit und Konzentrationsstörungen auf. Nicht selten führt die Maximalvariante, das ketoazidotische Koma, zur Erstdiagnose.

Diagnostisch wird der Zuckergehalt im Urin und Blut bestimmt. Nüchternwerte über 126 mg/dl bzw. jeder gemessene Wert über 200 mg/dl gelten als pathologisch. Als weiterführende Diagnostik ist der Nachweis spezifischer Auto-Antikörper möglich.

Im Gegensatz zum Typ 2 Diabetes ist eine orale medikamentöse Therapie nicht möglich. Da ein absoluter Insulinmangel vorliegt, muss Insulin lebenslang substituiert werden. Dies erfolgt nach einem individuellen Schema, meist als intensivierte Therapie mit einem langwirksamen Basalinsulin und zusätzlich zu den Mahlzeiten mittels kurzwirksamen Insulin. Um eine möglichst natürliche Insulinausschüttung zu imitieren, werden wenn möglich Insulinpumpen mit kontinuierlicher Insulinabgabe eingesetzt.

Eine optimale Blutzuckereinstellung ist unbedingt nötig, um das Auftreten von Folgeerscheinungen wie z.B. Durchblutungsstörungen, Polyneuropathie und Niereninsuffizienz zu verzögern. Besondere Rücksicht muss wegen des meist jugendlichen Alters der Patienten genommen werden. Oft ist die Compliance der Patienten wechselhaft, was zu Hyper- aber auch zu gefährlichen Hypoglykämien (bei viel Sport oder Alkoholkonsum) führen kann. Hilfreich ist eine enge Anbindung an eine spezielle pädiatrische und psychologische Versorgung.

Diabetes © Marzky Ragsac Jr. - Fotolia.com

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