Das Kompartmentsyndrom – Störung der Durchblutung von Muskeln
30. Okt 2008 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: Krankheiten und ProblemeDas Kompartmentsyndrom beschreibt die Störung der Durchblutung von Muskeln und begleitenden Nerven auf Grund eines erhöhten Gewebedruckes. Durch Verletzungen, bei denen sich Blutergüsse oder entzündliche Flüssigkeiten bilden, wird das Kompartmentsyndrom ausgelöst. Ein Knochenbruch ist hierfür die häufigste Ursache. Annähernd 70 Prozent der Fälle werden durch Verletzungen ausgelöst. Auch eine Überlastung der Muskulatur, beispielsweise bei Sportlern, kann zum Kompartmentsyndrom führen. Vor allem in Unterarmen und Unterschenkeln sowie im Bereich des vorderen Schienbeins tritt dieses Syndrom auf. Bedingt durch mangelnde Blutversorgung führt es dazu, dass Muskelgewebe abstirbt und sich Lähmungserscheinungen zeigen.
Im Akutstadium der Krankheit kommt es zu erheblichen Schmerzen und Spannungsgefühlen in der Muskulatur. Ist der Unterschenkel betroffen, spricht man auch von einem Schienbein-Kanten-Syndrom. In diesem Falle sind die Menschen nicht mehr in der Lage, den Fuß zu heben oder die Zehen zu bewegen. Um hier eine eindeutige Diagnose treffen zu können, wir die Vorgeschichte der Betroffenen in Verbindung mit den aktuellen Beschwerden herangezogen. Die Motorik, die Durchblutung und das Empfindungsvermögen der entsprechenden Region werden genauestens geprüft, um das Ausmaß der aufgetretenen Störung festzustellen. Eine genaue Diagnose wird auch mit einer Druckmessung mit einer in das betroffene Gewebe eingeführten Kanüle gestellt.
Bei der chronischen Form beim Kompartmentsyndrom kann mit konservativen Maßnahmen therapiert werden. Die betroffenen Regionen werden tief gelagert und kühl gehalten. Eine Belastung der betroffenen Muskulatur sollte im Behandlungszeitraum vermieden werden.
Die akute Form wird als Notfall angesehen und muss durch eine operative Druckentlastung behandelt werden. Dabei wird die Muskelbinde der Muskelgruppe gespalten und bei entsprechender Notwendigkeit das abgestorbene Muskel- und Nervengewebe entfernt. Bei rechtzeitiger Behandlung sind die Prognosen für eine reibungslose Heilung gut.
Wird das Kompartmentsyndrom nicht behandelt, kann es als Folge der längeren Durchblutungsstörungen zum Absterben des Muskelgewebes führen. Durch die hieraus entstehenden Narben können die betroffenen Gliedmaßen erhebliche Einschränkungen der Funktion zur Folge haben. Im schlimmsten Falle kommt es zu einer Lähmung der Fuß- und Zehenmuskulatur.
Um dem Kompartmentsyndrom vorzubeugen, ist eine rechtzeitige Versorgung von Durchblutungsstörungen unumgänglich.
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