Cluster-Kopfschmerz
16. Aug 2010 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: Krankheiten und ProblemeDer sogenannte “Cluster-Kopfschmerz” ist eine spezielle Kopfschmerzform, die sich durch extreme, einseitige und anfallsmäßig auftretende Schmerzattacken in den Regionen Schläfe und Auge, seltener auch am Hinterkopf, auszeichnet.
Die Attacken treten spontan auf, oft aus dem Schlaf heraus, und dauern meist zwischen einer Viertelstunde und drei Stunden an. Zwar können die Phasen des Ausbruchs der Krankheit bei Betroffenen stark variieren. Auf jahrelange Beschwerdefreiheit kann also ein Zeitraum mit häufiger Anfallsfrequenz folgen. Allerdings verläuft die Krankheit, einmal ausgebrochen, über den Tag in einem deutlichen Auftrittsschema. Anfälle passieren häufig ein bis zwei Stunden nach dem Einschlafen, frühmorgens und am frühen Nachmittag. Dabei können die Schmerzen mehrmals am Tag oder nur alle zwei Tage vorkommen.
Patienten beschreiben den Schmerz häufig als bohrend, reißend oder brennend, in jedem Fall als extrem und beinahe unerträglich stark. Anders als bei der Migräne neigen sie während eines Anfalls außerdem zu verstärktem Bewegungsdrang. Migräne und Cluster-Kopfschmerz dürfen so zwar nicht verwechselt werden, allerdings gibt es doch einige oberflächliche Gemeinsamkeiten, was die Diagnose zuweilen erschweren kann. So ergeben sich bei beiden Erkrankungen gelegentlich Begleitsymptome wie Übelkeit und Empfindlichkeit gegenüber Außenreizen. Sogar eine visuelle “Aura” kann sich durch Seh- und Wahrnehmungsstörungen bemerkbar machen. Ungewöhnlich für Migräne und typisch für den Cluster-Kopfschmerz sind jedoch Symptome wie verengte Pupillen, verstopfte Nase und gerötete Bindehäute.
Die Ursachen für die Entstehung von Cluster-Kopfschmerz sind nicht bekannt. Der früher vermutete Ursprung der Krankheit, eine Entzündung der Blutgefäße, hat sich mittlerweile als tatsächliche Folge von bislang unbekannten Einflüssen herausgestellt. Abweichungen im Hirnstoffwechsel und damit zusammenhängende Fehlfunktionen im Hypothalamus kommen hierbei als mögliche Problembereiche in Frage.
Da die Ursachen nicht geklärt sind, ist auch die Behandlung von Cluster-Kopfschmerz ein schwieriges Unterfangen. Neben der Vermeidung von bestimmten Triggerfaktoren, wie Alkohol, Konservierungsstoffen, Käse, Schokolade und Außenreizen, wie Flackerlicht oder starken Gerüchen und Geräuschen, gibt es einige medikamentöse Ansätze zur Vorbeugung. Zur Akutbehandlung eignet sich außerdem die Inhalation von medizinischem Sauerstoff oder die Einnahme von sogenannten Triptanen, die auch gegen Migräne eingesetzt werden, allerdings nicht übermäßig dosiert werden dürfen. Auch Lidocain hat sich zumindest für einen Teil der Patienten als wirksam erwiesen. Herkömmliche Schmerzmittel oder alternative Therapien haben bislang wenig bis keine Wirkung gezeigt.
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