Stauballergie
1. Jun 2010 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: AllergienMit dem Begriff “Stauballergie” wird umgangssprachlich die allergische Sensibilisierung des Immunsystems gegenüber den Ausscheidungen der Hausstaubmilbe umschrieben, die zwischen 0,1 und 0,5 mm groß ist und überall in der Wohnung ihr Unwesen treibt. Hausstaubmilben benötigen Umgebungstemperaturen von ca. 25°C und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Bei weniger als 50% Feuchtigkeitsanteil sterben sie bereits ab, 70% sind ideal. Sie ernähren sich von Hautschuppen, die aber zunächst von einer bestimmten Schimmelpilzart vorverdaut werden müssen. Umgekehrt transportieren und verteilen die Milben den Pilz, während sie sich fortbewegen. Das Vorkommen des Pilzes und die Größe der Milbenpopulation begünstigen sich also gegenseitig.
Die Symptome einer Stauballergie sind häufig Dauerschnupfen, Jucken der Schleimhäute, Halskratzen und/oder Augenbrennen. Auf Dauer kann sich auch ein allergisches Asthma entwickeln Um diese Syptome zu mildern kann grundsätzlich an zwei Fronten gekämpft werden.
Zum einen kann versucht werden, den Auslöser der Allergie soweit wie möglich zu vermeiden und die tägliche Umgebung möglichst staubfrei zu halten. Es empfiehlt sich, darauf zu achten, dass wenig “Staubfänger” vorhanden sind. Beim Fußboden wären zum Beispiel glatte Oberflächen wie Parkett oder Laminat geeigneter als Teppich, welcher einen der bevorzugten Siedlungsplätze der Hausstaubmilbe darstellt. Weiterhin beliebt sind feuchtwarme Umgebungen, wie Bettwäsche und Polster. Hier können spezielle Allergikerprodukte erworben werden, die aber zusätzlich regelmäßig gelüftet, gewaschen und ausgetauscht werden müssen.
Generell kann eine niedrige Luftfeuchtigkeit die Lebensbedingungen von Milben und Pilzen verschlechtern, so dass häufiges Lüften ebenfalls hilfreich ist. Spezielle Sprays, wie Zimtölsprays und das sogenannte Niem-Spray versprechen dauerhaften Milbenschutz. Allerdings ist deren Wirkung nicht bewiesen und gerade Zimtöl ist ein für Allergiker problematischer Stoff, der ebenfalls Reaktionen auslösen kann.
Neben der Vermeidung von Allergenen, können natürlich auch die Symptome der Stauballergie selbst medikamentös eingedämmt oder sogar deren Ursache im Kern bekämpft werden. Die Hyposensibilisierung gilt hierbei als wirksame Langzeittherapie, die die Empfindlichkeit des Immunsystems gegenüber den Allergenen auf Dauer herabsetzen soll, bzw. dessen Reaktion abschwächen, im Idealfall ganz ausschalten soll. Die Wirksamkeit dieser Therapie ist allerdings nicht hundertprozentig garantiert und die Anwendung nicht ganz risikofrei, da das Immunsystem bewusst mit den allergieauslösenden Stoffen konfrontiert wird. Es kann während der Konfrontation zur Reaktion, im allerschlimmsten Fall zum anaphylaktischen Schock kommen, weswegen eine ärztliche Aufsicht bei den anfänglich wöchentlichen Behandlungen zwingend erforderlich ist.
Mehr zu den Schlagwörtern dieses Artikels:
Allergie Staub, Stauballergie
