Abstehende Ohren
26. Jul 2010 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: OhrenOtapostasis wird dieses Phänomen in der Medizin genannt, und die Wissenschaft definiert ganz präzise, wann es nun vorliegt und wann nicht. Dabei wird auf den Winkel zwischen Kopf und Ohrmuschel oder auf den Abstand zwischen Ohrmuschelrand und Kopf abgestellt. Mit solchen Zahlenwerten und Maßen ist freilich das Problem abstehender Ohren keineswegs in vollem Umfang beschrieben – jedenfalls nicht für denjenigen, den es betrifft. Dabei ist es auch kein Trost, dass eine Fehlstellung des Ohres beim Menschen zu keiner Beeinträchtigung des Hörvermögens führt.
Abstehende Ohren sind vor allem ein psychisches Problem. Anders als beispielsweise in fernöstlichen Kulturen (wo abstehende Ohren als Zeichen von Intelligenz gelten) werden “Segelohren” (sic!) in unseren Breiten als unschön und lächerlich angesehen. Bei fast allen davon Betroffenen führen sie zu psychischen Störungen – wenngleich unterschiedlichen Ausmaßes: Angst davor, der Lächerlichkeit preisgegeben zu werden, Minderwertigkeitskomplexe, Persönlichkeitsstörungen etc.
Aus diesen Gründen wird in der Fachliteratur nahezu einhellig eine frühestmögliche Behebung von Otapostasis empfohlen – nach Tunlichkeit schon in den ersten Lebensjahren, spätestens aber vor der Einschulung. Die Korrektur erfolgt durch chirurgische Verfahren aus dem Feld der plastischen Chirurgie und wird mit einem Fachbegriff als Otopexie (siehe auch Otoplastik) bezeichnet. Es existieren verschiedene operative Verfahren, die im Lauf der Zeit natürlich jeweils auch verbessert und verfeinert wurden. Häufig erfolgt die Operation unter lokaler Betäubung und ambulant.
Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass es neben den chirurgischen Verfahren zur Korrektur abstehender Ohren auch diverse konservative Behandlungsmethoden gibt. Deren Bandbreite erstreckt sich von Schienung bis zu hautfreundlichen Ohrenklebern.
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abstehende Ohren, Minderwertigkeitskomplexe, Otapostasis, Otopexie, Segelohren
