Herzklappenfehler
29. Aug 2010 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: HerzUnter einem Herzklappenfehler versteht man die angeborene oder erworbene Funktionsstörung einer Herzklappe. Häufige angeborene Herzklappenfehler sind die Aorten- oder Pulmonalklappenstenose. Erworbene Herzklappenfehler entstehen meist aufgrund einer bakteriellen Infektion der Herzinnenhaut und betreffen vorwiegend die Mitral- und die Aortenklappe.
Man unterscheidet zwei Arten von Klappenfehlern: die Klappeninsuffizienz und die Klappenstenose.
Bei einer Stenose können sich die Klappen nicht mehr weit genug öffnen. Das Herz muss kräftiger schlagen, um das Blut gegen den erhöhten Druck in den Kreislauf zu pumpen. Auf Dauer kann das Herz dieser Mehrbelastung nicht gerecht werden, sodass sich immer mehr Blut in den vorgeschalteten Herzabschnitten ansammelt. Dies führt zur Herzinsuffizienz.
Bei der Aortenklappenstenose, die häufig Folge eines rheumatischen Fiebers ist, staut sich das Blut in die linke Herzkammer. Sie macht sich meist erst im Spätstadium durch rasche Ermüdbarkeit, Schwindel mit kurzen Ohnmachtsanfällen, Angina-Pectoris-Anfälle und Atemnot bei Belastung bemerkbar. Folge der Aortenklappenstenose ist eine Linksherzinsuffizienz. Es besteht außerdem die Gefahr des plötzlichen Herztodes.
Ebenfalls durch rheumatisches Fieber bedingt ist die Mitralklappenstenose. Die Mitralklappe verbindet den linken Herzvorhof mit der linken Kammer. Ist sie verengt, kann das Blut nicht mehr ausreichend vom Vorhof in die Kammer geleitet werden. Mit der Zeit erweitert sich der Vorhof durch das zurückbleibende Blut. Der Patient nimmt die Mitralklappenstenose durch Atemnot, Husten und eventuell blutigen Auswurf wahr. Typisch sind auch stark gerötete Wangen bei gleichzeitiger Blaufärbung der Lippen. Es entwickelt sich eine Rechtsherzinsuffizienz und die Gefahr von Embolien, die zum Schlaganfall führen können.
Infolge einer Klappeninsuffizienz können sich die Klappen nicht mehr vollständig verschließen, sodass immer ein Teil des in den Kreislauf gepumpten Blutes in die Kammer, beziehungsweise den Vorhof zurückfließt. Betroffene leiden aufgrund der Überlastung des Herzens an Symptomen der Herzinsuffizienz wie Atemnot bei Belastung, Schwindel und leichter Ermüdbarkeit.
Die Therapie besteht in erster Linie in der Behandlung der Herzinsuffizienz, im fortgeschrittenen Stadium ist der Ersatz der betroffenen Herzklappe notwendig.
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Herzklappenfehler, Klappeninsuffizienz, Klappenstenose
