Herzinsuffizienz
27. Aug 2010 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: HerzBei der Herzinsuffizienz unterscheidet man in eine Linksherz- oder Rechtsherzinsuffizienz. Sie ist die Folge schon bestehender Herzkreislauferkrankungen. Lungenerkrankungen wie das Lungenemphysem oder eine chronisch-obstruktive Lungenentzündung können Ursache einer Rechtsherzinsuffizienz sein. Die Linksherzinsuffizienz wird durch arterielle Hypertonie, Koronare Herzkrankheit oder einen Herzinfarkt ausgelöst. Auch angeborene Herzklappenfehler verursachen eine Herzinsuffizienz.
Insuffizienz bedeutet, dass das Herz aufgrund der Vorerkrankungen nicht mehr fähig ist, gegen den erhöhten Gefäßdruck anzupumpen. Um den Körper ausreichend mit Blut zu versorgen, muss es seine Pumpleistung steigern, was zu einer Verdickung (Hypertrophie) des Herzmuskels führt. Hält das Herz dieser Überforderung nicht mehr stand, bleibt nach der Auswurfphase immer mehr Blut in den Herzkammern zurück. Sie „leiern aus“.
Bei der Linksherzinsuffizienz staut sich dieses Blut in den Lungenkreislauf. Das löst beim Patienten Atemnot und Hustenreiz aus. Dazu kann sich als schwere Komplikation Wasser in der Lunge ansammeln. Dieses so genannte Lungenödem führt neben Atemnot zu Husten mit blutigem Auswurf. Weitere Kennzeichen der Linksherzinsuffizienz sind Rasselgeräusche über der Lunge und eine Blaufärbung der Haut, die sich Zyanose nennt.
Bei der Rechtsherzinsuffizienz staut sich das Blut in den Körperkreislauf. Es kommt zu Ödemen an Bauch, Unterschenkeln und Füßen, Gewichtszunahme und einer Vergrößerung von Milz und Leber. Außerdem kann eine Stauungsgastritis entstehen, die mit Schmerzen, Übelkeit und Appetitlosigkeit einhergeht.
Beiden Formen der Herzinsuffizienz gemeinsam sind eine erhöhte Pulsfrequenz, eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Herzrhythmusstörungen und nächtlicher Harndrang. Der ist durch die bei der Herzinsuffizienz ebenfalls geschwächte Niere bedingt, die in der Nachtruhe besser arbeiten kann.
Neben der Behandlung der Grunderkrankung werden Betroffenen folgende Maßnahmen empfohlen: Übergewichtige Patienten sollten ihr Gewicht reduzieren. Nikotin, fettige Speisen und Kälte sind zu meiden. Mehrere kleine und eiweißreiche Mahlzeiten am Tag schonen den Kreislauf. Die körperliche Belastung sollte der Leistungsfähigkeit angepasst werden. Schlafen mit Oberkörperhochlagerung bei frischer Luft verringert nächtliche Atemnot.
Die Kooperation des Patienten ist unabdingbar, um Komplikationen, die nicht selten zum Tode führen, zu vermeiden.
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