Feuermal | Unterscheidung zwischen symmetrischen und asymmetrischen Feuermalen
7. Aug 2010 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: HautEin Feuermal ist eine tiefrote bis violettfarbene, gutartige Hautveränderung. Es ist eine angeborene Fehlbildung, die durch erweiterte und wuchernde Blutgefäße direkt unter der Haut verursacht wird. “Angeboren” bedeutet allerdings nicht unbedingt, dass das Mal bei der Geburt schon vorhanden sein muss. Es kann auch erst im frühen Kindesalter auftauchen. Meist bildet es sich am Kopf, im Nacken, auf der Stirn oder im Gesicht.
Unterschieden wird zwischen dem symmetrischen und dem asymmetrischen Feuermal. Das symmetrische Feuermal entsteht aus einer Reifungsverzögerung in der Nervenversorgung der Blutgefäße. Es ist die häufigere Variante, die etwa bei 30 bis 50 Prozent aller Kinder im Laufe der ersten Lebensjahre auftaucht und die in der Regel auch von selbst wieder verschwindet.
Seltener ist die zweite Form, das asymmetrische Feuermal, das nur bei etwa 0,1 bis 0,3 Prozent der neugeborenen Kinder auftritt. Eine natürliche Rückbildung dieser zweiten Ausprägung des Feuermals ist nicht möglich, oft wird es bei Erwachsenen sogar noch dunkler. Mittlerweile gibt es aber kosmetische Techniken, die auf die Überdeckung bzw. die Beseitigung des Feuermals abzielen. Durch spezielle Lasertherapien kann das Mal heutzutage fast vollständig und narbenfrei beseitigt werden, allerdings ist dieses Verfahren sehr langwierig und kann sich über mehrere Jahre hinziehen. Die Ursachen für die Entstehung von asymmetrischen Feuermalen scheinen im Wesentlichen genetischer Natur zu sein.
Ein Feuermal tritt manchmal – nicht generell! – in Verbindung mit verschiedenen Krankheiten auf. Grundsätzlich kann das Mal ein Hinweis auf Fehlbildungen im Gefäßsystem, zum Beispiel im Bereich der Hirnhäute oder auf Veränderungen anderer Gewebeformen, wie Knochen oder Bindegewebe sein.
Wichtig ist es, im Säuglingsalter eine frühzeitige Diagnose und Abgrenzung des Feuermals von ähnlichen Hautveränderungen zu veranlassen. Ein Hämangiom, ein Blutschwämmchen, ist äußerlich zunächst kaum zu unterscheiden. Es ist aber ein embryonaler Tumor, der sich mit der Zeit ausdehnt und verändert und der behandelt werden sollte.
Auch aus sozialen Gründen sollte eine frühzeitige Behandlung in Betracht gezogen werden. Im Mittelalter wurde das Feuermal immerhin noch als Kennzeichen von Menschen betrachtet, die mit dem Teufel im Bunde standen. Zwar ist diese Betrachtungsweise mit heutigen sozialen Konsequenzen nicht mehr zu vergleichen, aber dennoch ist ein Feuermal eine deutlich sichtbare Abweichung, die unter Umständen Minderwertigkeitskomplexe und soziale Ausgrenzungen zur Folge haben kann.
Mehr zu den Schlagwörtern dieses Artikels:
Blutschwämmchen, Feuermal, Hämangiom, Minderwertigkeitskomplexe
