Refraktiver Linsenersatz (RLE)

13. Nov 2008 | Von | Rubrik: Augen

Dieser Eingriff wird bei sehr hoher Weitsichtigkeit (über +4 Dioptrien) oder sehr hoher Kurzsichtigkeit (über +10 Dioptrien) vorgenommen, um die Sehkraft der PatientInnen mit unifokalen Linsen in einem Bereich, mit multifokalen Linsen in beiden Bereichen, also sowohl in der Nähe als auch in der Ferne zu verbessern. Die Lebensqualität der PatientInnen, die sich selbst ohne Sehhilfen oft als „blind wie die Maulwürfe“ empfinden und definieren, wird enorm verbessert.

Die Implantation von Kunstlinsen bzw. der refractive Linsenersatz (RLE) ist eine Operation, die seit Ende der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts durchgeführt wird. Sie fordert hohes Geschick vom Chirurgen, ist aber für die PatientInnen nur geringfügig belastend. Der Eingriff wird in Lokalanästhesie durchgeführt, dauert 20 Minuten bis eine halbe Stunde, kann ambulant gemacht werden und erlaubt den PatientInnen, bereits am nächsten Tag ihren Alltagsbeschäftigungen wie bisher nachzugehen.

Die Operation kann als Stufeneingriff bezeichnet werden, da sie in zwei Schritten erfolgt. Zuerst wird die vordere Kapsel der Linse der PatientInnen durch einen ca. 3 mm langen Einschnitt in der Peripherie kreisförmig eröffnet. Dann führt die Phakoemulsifikation (Ultraschallzertrümmerung) zur Zerstückelung der Linse. Die kleinen Stücke werden aus der Kapsel abgesaugt. Die Kunstlinse, deren Stärke vor der Operation durch Ultraschallmessungen ermittelt wurde, wird nun im zweiten Schritt eingesetzt. Dieses Einsetzen ist mit einer Injektion vergleichbar.

Die Linsen haben lebenslängliche Dauerhaftigkeit und müssen nie ersetzt werden. Wie bei allen Implantationstechniken kann es zu Abstoßungen kommen, was zur Erblindung führt. Ein verantwortungsvoller Arzt wird daher niemals beide Augen gleichzeitig operieren, sondern zwischen den Operationen ca. 10 bis 14 Tage warten. Allerdings ist die Abstoßung sehr sehr selten.


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