Implantierbare Kontaktlinsen

21. Sep 2008 | Von | Rubrik: Augen

Implantierbare Kontaktlinsen werden auch intraokulare Kontaktlinsen (ICL) genannt und kommen in Frage für Personen mit einer sehr hohen Fehlsichtigkeit. Sie werden operativ eingesetzt innerhalb der refraktiven Augenchirurgie bei jenen, deren Hornhaut zu dünn ist für andere chirurgische Verfahren, wie zum Beispiel die üblicherweise angewandten Augenlaser-Methoden Lasik oder Lasek.
Die Operation ist geeignet für Patienten mit einer Kurzsichtigkeit von -10 Dioptrien bis -20 Dioptrien, sowie einer Weitsichtigkeit von +5 bis +8 Dioptrien.
Sollten die Werte noch höher liegen oder zusätzlich ein Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) vorliegen, kann ein Kontaktlinsenimplantat mit einer Lasik-OP kombiniert werden.

Das Implantieren einer Kontaktlinse gehört zu den komplizierteren Augenoperationen, da die Linse innerhalb des Auges implantiert werden muss. Das Auge wird für den ambulant verlaufenden Eingriff lokal anästhesiert. Die Kontaktlinse wird mit Hilfe eines OP-Mikroskops in den hinteren Bereich des Auges (Hinterkammer) verbracht und dort zwischen der eigentlichen Augenlinse und der Regenbogenhaut (Iris) platziert. Die OP dauert insgesamt nicht länger als etwa 15-20 Minuten.

Schon am Tag nach der OP kann der Patient ohne jede Brille mit einer sehr guten Sehkraft rechnen. Teilweise kann für 1-2 Tage ein leicht verschwommenes Sehen vorkommen, was mit der postoperativen Schwellung des Gewebes im Auge zusammen hängt. Für etwa zwei Wochen ist die Einnahme antibiotischer Augentropfen erforderlich, um Infektionen zu vermeiden.

Die entscheidenden Vorteile bei der Implantation von Kontaktlinsen bestehen darin, dass die Hornhaut von der OP nicht betroffen ist und der Vorgang gegebenenfalls durch operatives Entfernen der Linse auch wieder reversibel ist. Darüber hinaus bleibt die körpereigene Linse vollständig erhalten und verliert auch nicht ihre Fähigkeit zur Akkomodation (Entfernungsanpassung des Auges, Scharfsehen).


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