Schrei-Baby
Jun 7th, 2009 | Von medizin-blog.net | Medizin & Gesundheit | Rubrik: KindergesundheitAls Schrei-Babys werden Säuglinge bezeichnet, die zwischen dem zweiten und sechsten Lebensmonat heftige Schreiattacken haben. Als Ursache gelten die so genannten Drei-Monats-Koliken bzw. psychische Faktoren, unter denen etwa 10-12% aller Babys leiden.
Die extremen Schreiattacken, bei denen sich das Baby kaum beruhigen lässt und die oftmals über Stunden andauern, treten häufig nach den Mahlzeiten am Nachmittag oder am Abend auf. Oftmals ist der Bauch des Babys während der heftigen Schreiattacken gespannt und geschwollen. Die Babys ziehen die Beinchen an und ballen die Händchen zusammen. Typisch ist auch der druckempfindliche Bauch. Ob dieser Zustand vom Schreien verursacht wird oder eine andere Krankheitsursache hat, lässt sich nur durch eine ärztliche Untersuchung abklären. Mit einer Ultraschalluntersuchung werden organische Ursache ausgeschlossen. Eine weitere Ursache für das heftige Schreien kann auch ein Parasitenbefall mit Würmern sein, der dem Baby zu schaffen macht. Mit einer Blut- und Stuhluntersuchung kann auch diese Ursache ausgeschlossen werden.
In den ersten Lebenswochen durchläuft das Baby einen Anpassungs- und Reifeprozess seiner Verdauungsorgane. Dies führt u.a. zu Blähungen und Bauchschmerzen, die sich in den heftigen Schreiattacken “Luft machen”. Bei nicht gestillten Säuglingen kann das Schreien kurz nach der Mahlzeit auch auf eine Kuhmilcheiweiß-Unverträglichkeit hinweisen. Kuhmilcheiweiß ist in den meisten Flaschennahrungen enthalten. Hier kann eine Umstellung auf eine hypoallergene Flaschennahrung sinnvoll sein.
Möglich ist auch, dass das Baby beim Trinken zu viel Luft verschluckt, die dann in den Darm gelangt und die unangenehmen und für das Baby schmerzhaften Blähungen verursacht. Hier sollte man darauf achten, dass das Loch im Sauger nur so groß ist, dass sich das Baby beim Trinken nicht verschluckt. Nach den Mahlzeiten ist das Aufstoßen ebenfalls wichtig, damit die verschluckte Luft entweichen kann.
Als Therapie kann der Bauch sanft massiert werden, Kümmelöl hat sich hier sehr bewährt. Ein sanftes Hin- und Herwiegen, eine ruhige und harmonische Umgebung sowie Gelassenheit und Ausgeglichenheit bei den Eltern wirkt ebenfalls beruhigend auf das Baby ein.
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