Scheidenpilzinfektionen
10. Aug 2010 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: FrauengesundheitDie häufigste Infektion der weiblichen äußeren Geschlechtsorgane ist eine Infektion durch Hefepilze. Diese Pilze kommen normalerweise in der Scheide nicht vor, sind jedoch auf vielen Pflanzen und Gegenständen zu finden. Die Hefepilzen werden in vielen Fällen durch die Nahrung aufgenommen und gelangen auf diese Weise auch in den Verdauungstrakt. Durch Geschlechtsverkehr, gemeinsam genutzte Handtücher und ähnliche Textilien oder eine falsche Toilettenhygiene, bei der von hinten nach vorne gewischt wird, werden die Hefepilze auf die Scheide übertragen. Bei einer intakten Scheidenflora können sich die Bakterien nicht stark vermehren. Ist das Scheidenmilieu jedoch angeschlagen, kann es zu einer Infektion kommen.
Durch verschiedensten Gründe kann die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht geraten. Dies können zum Beispiel Stress, ein geschwächtes Immunsystem, enganliegende synthetische Kleidung und zu wenig oder zu starke Intimhygiene. Aber auch die Einnahme von Medikamenten, wie Antibiotika und Chemotherapeutika, oder hormonelle Schwankungen durch Schwangerschaft, Pille, Regelblutung oder die Wechseljahre können das Gleichgewicht stören.
Die Beschwerden beginnen häufig mit einem Juckreiz, der allerdings zu einem brennenden Schmerz werden kann. Viele Patientinnen klagen auch über vermehrten grün-weißen Ausfluss, der eine dünne Konsistenz hat. Später kann dieser käsig und krümelig werden. Die Scheide ist dabei gerötet und auch häufig geschwollen.
Die Diagnose wird durch einen Arzt gestellt. Dieser begutachtet die äußeren Bereiche der Scheide und nimmt einen Abstrich des Scheidenbelags. Bei einer mikroskopischen Untersuchung des Belags, können die Hefepilze festgestellt werden.
Bei einer vorhandenen Infektion ist es ratsam die weitere Vermehrung des Hefepilzes durch einige Maßnahmen, die der Patient selbst ergreifen kann, zu verlangsamen oder zu verhindern. Es wird angeraten, sich im Schambereich die Haare abzurasieren und sich nach dem Waschen sehr sorgfältig abzutrocknen. Auch luftdurchlässige Unterwäsche und eine Reinigung des Intimbereiches, mit Wasser und nur einer milden Seife, von vorne nach hinten wird empfohlen.
Die Behandlung erfolgt mittels verschiedener Salben und Scheidenzäpfchen. Es wird ein- bis zweimal am Tag der äußere Bereich der Scheide eingecremt. Reicht die Infektion bis in die Leistengegend verspricht man sich durch eine Behandlung mit Nystatinpasten Besserung. Nur in den seltenen Fällen, in denen eine lokale Behandlung nicht ausreichend ist, versucht man, durch den Einsatz einer oralen Behandlung mit Fluconazol oder Itraconazol, die Infektion einzudämmen. Diese Behandlung dauert im Allgemeinen jedoch über sechs Monate.
Mehr zu den Schlagwörtern dieses Artikels:
Fluconazol, Itraconazol, Nystatinpasten, Scheidenpilz, Scheidenzäpfchen
