Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs (HPV)
7. Nov 2008 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: Frauengesundheit, Vorsorge und ImpfungenDie Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs gibt es in Deutschland seit März 2007. Gebärmutterhalskrebs wird durch humane Papillomaviren (abgekürzt HPV) ausgelöst, die sexuell übertragbar sind. Deshalb wir die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs vor allem bei Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren empfohlen, da sie vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgen sollte.
Die Impfung erfolgt in drei Einzeldosen mittels einer Spritze, die das junge Mädchen meist in den Oberarm bekommt. Den Untersuchungen nach tritt der volle Impfschutz erst nach der dritten Spritze ein.
Es gibt die zwei HPV-Typen 16 und 18, die in 70 % der Fälle für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind.
In Deutschland sind zwei Impfstoffe zugelassen, die vor der Ansteckung mit diesen zwei HPV-Typen schützen. Außerdem schützt der eine Wirkstoff noch gegen die HPV-Typen 6 und 11, die für die Entstehung von Genitalwarzen verantwortlich sind. Es ist aber zu beachten, dass beide Impfstoffe nur als Vorbeugung gegen eine Ansteckung mit den HPV-Typen genutzt werden können, besteht bereits eine HPV-Infektion, können diese Mittel nicht zur Behandlung herangezogen werden!
Die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs wurde von der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut im März 2007 in den Impfkalender aufgenommen, wodurch die Krankenkassen verpflichtet sind, die Kosten für diese recht teure Impfung zu übernehmen.
Mittlerweile gibt es aber auch einige kritische Stimmen, die sagen, dass die Empfehlung der Impfung vorschnell erfolgte, da noch nicht genug wissenschaftliche Untersuchungen über Langzeitergebnisse und mögliche Nebenwirkungen vorliegen. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs nur gegen einige bestimmte HPV-Typen wirkt, wodurch es möglich ist, dass bisher als harmlos geltende HPV-Viren den freien Platz einnehmen könnten. Diese harmlosen HPV-Viren könnten sich verändern und zukünftig für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sein.
Es ist vor allem sehr wichtig, dass auch geimpfte junge Frauen regelmäßig zur Krebsvorsorge gehen und einen Abstrich machen lassen, sie sollten sich wegen der Impfung nicht zu sicher fühlen und die Vorsorge nicht vernachlässigen, vor allem, da noch keine wissenschaftlichen Langzeitergebnisse vorliegen, wie lange der Impfschutz überhaupt anhält.

Lassen Sie alle Impfungen im Impfausweis eintragen © PhotographyByMK - Fotolia.com
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