Hirsutismus bei Mädchen und Frauen
9. Okt 2008 | Von www.medizin-blog.net | Rubrik: FrauengesundheitHirsutismus bei Mädchen und Frauen ist ein anlage- oder krankheitsbedingter starker Haarwuchs an bestimmten Körperpartien. Die berühmte mexikanische Malerin Frida Kahlo hat in ihren zahlreichen Selbstportaits aus ihrem Hirsutismus keinen Hehl gemacht. Im Gegenteil, hat sie ihre Körperbehaarung noch überzeichnet, um so traditionelle Schönheitsideale zu überwinden. Nicht jede Frau und schon gar nicht jedes Mädchen, das unter Hirsutismus leidet, kann ähnlich offensiv damit umgehen. Der Leidensdruck, den Hirsutismus bei pubertierenden Mädchen auslösen kann, ist ernorm.
Die körperlichen Ursachen sind vielfältiger Natur. Vor allem bei Südländerinnen, kann es sich um eine rein genetische Veranlagung ohne krankhaften Hintergrund handeln (idiopathischer Hirsutismus).
Starker Haarwuchs im Gesicht an Haaren und Beinen, in schweren Fällen auch an Brust und Rücken, kann auf eine Fehlfunktion der Eierstöcke hindeuten: das sogennannte polyzystisches Ovarialsyndrom, das zur verstärkten Produktion von männlichen Sexualhormonen führt. Eine Ultraschalluntersuchung kann hier Gewissheit schaffen.
Bei Mädchen, deren Hormonhaushalt keine Auffälligkeiten aufweist, deutet Hirsutismus auf eine vererbte Empfindlichkeit des Haarwuchses gegenüber Androgenen (männliche Hormone, die im weibliche Körper in geringeren Mengen erzeugt werden) hin. Eine solche Übersensibilität lässt sich durch eine Blutuntersuchung feststellen.
Da verstärkte Behaarung bei Mädchen solcherlei unterschiedliche Gründe haben kann, ist die Diagnose absolut vorangig. Hat der vorliegende Hirsutismus hormonelle Ursachen, dann empfiehlt sich wohlmöglich eine medikamentöse Behandlung. Erst wenn innere Erkrankungen wirklich ausgeschlossen sind, sollten kosmetische Anwendungen in Betracht gezogen werden.
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