Brustdrüsenentzündung | Entstehung, Erkennung, Behandlung

24. Jul 2010 | Von | Rubrik: Brust, Frauengesundheit

An einer Brustdrüsenentzündung (Mastitis) erkranken meistens Frauen, die sich im Wochenbett befinden. Selten erkranken Frauen außerhalb der Stillzeit an einer Brustdrüsenentzündung. In ganz seltenen Fällen erkranken auch Männer an dieser durch Bakterien verursachten Entzündung.
Durch kleine Risse in der Brustwarze gelangen Bakterien, meistens Staphylokokken oder Streptokokken, in die Brustdrüse und führen zu der Entzündung. Zuerst bemerken die Frauen, dass die betroffene Brust wärmer ist und sehr berührungsempfindlich. Im weiteren Verlauf tritt ein Milchstau ein, der zu einer deutlichen Schwellung der Brustdrüse führt. Zusätzlich steigt die Körpertemperatur und es tritt teilweise eitriges Sekret aus der Brustwarze aus. Als weiteres Krankheitszeichen für eine Mastitis ist eine Lymphknotenschwellung in der betroffenen Achsel zu fühlen.

Als Therapie wird als erstes ein Leerpumpen der Brust empfohlen. Zusätzlich sollen kühlende Wickel die Schmerzen lindern, und die Schwellungen bekämpfen. Hierzu eignen sich Quarkwickel und alkoholhaltige Wickel. Auch Eispackungen, die in ein Handtuch eingeschlagen werden, können die Schmerzen lindern.
Je nach Schwere der Krankheit werden der Arzt oder die Hebamme entscheiden, ob die Frau abstillen soll. Nach dem heutigen Erkenntnisstand bewirkt ein Abstillen oftmals eine Verschleppung der Erkrankung.

In schweren Fällen einer Brustdrüsenentzündung werden Antibiotika, die dem Neugeborenen nicht schaden, verordnet.

Selten kommt es zusätzlich bei einer Brustdrüsenentzündung zu einer Bildung eines Abszesses. In diesem Fall ist die chirurgische Eröffnung des Abszesses unbedingt notwendig. Zusätzlich wird oftmals ein kleiner Drainageschlauch gelegt, damit das eitrige Sekret ablaufen kann.

Mehrere Möglichkeiten zur Vorbeugung bieten sich in der Stillzeit an. So sollte eine stillende Mutter die Brustwarzen intensiv mit fetthaltigen, entzündungshemmenden Cremes pflegen, um die Bildung von kleinen Rissen in der Haut zu vermeiden. Zusätzlich sollte das Baby regelmäßig gestillt werden, um einen Milchstau vorzubeugen. Denn auch durch einen Milchstau kann es zu einer Brustdrüsenentzündung kommen. Durch das Tragen von kochfesten Stillbüstenhaltern, die regelmäßig gewechselt werden, lässt sich die Keimzahl um die Brustwarze herum erheblich reduzieren. Die Mutter sollte das Kind nicht zu lange an einer Seite saugen lassen, um der Bildung von kleinen Rissen, durch die Krankheitserreger eintreten können, vorzubeugen.

Tritt bei Frauen, die nicht stillen oder bei Männern eine Mastitis auf, so kann dies durch ein Malignom (bösartiger Tumor) hinter der Brustwarze verursacht worden sein. Hier ist es erforderlich, schnell einen Arzt aufzusuchen, damit die weitere Therapie unverzüglich eingeleitet werden kann.


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