Gastroplastik nach Eckhout nicht zu empfehlen?

9. Aug 2011 | Von | Rubrik: Ernährung und Diät

Will die Gewichtsabnahme auch nach einer umfangreichen Ernährungs- und Lebensumstellung nicht funktionieren, sehen viele Patienten – die unter Fettleibigkeit oder anders begründetem erhöhtem Gewicht leiden – keinen anderen Ausweg mehr und denken gezielter über eine Gastroplastik nach. Doch nicht immer ist ein entsprechender Eingriff empfehlenswert oder auch tatsächlich hilfreich. Das gilt vor allem für eine Gastroplastik nach Eckhout, die anders als ein Magenband oder ein eingeführter Magenballon, als nur bedingt reversible gilt. Sprich: Der Eingriff ist nur sehr schwer rückgängig zu machen und ist deshalb nur als Dauer- oder Langzeitlösung anwendbar. Werden Kurzzeitlösungen gesucht, beispielsweise wenn es nicht darum geht, die Lebensmittelzunahme auf langer Sicht oder gar dauerhaft einzuschränken, sollte man andere Maßnahmen der Magenverkleinerung ins Auge fassen.

Gastroplastik: Magen-verkleinernde OP

Unter einer Gastroplastik versteht man in erster Linie einen magenverkleinernden Eingriff, der die aufnehmbaren Nahrungsmittelmengen drastisch verringert, um einen zukünftigen oder langzeitigen Gewichtsverlust zu erzielen. Dafür gibt es verschiedene Eingriffsmittel und -Wege. Bei einer Gastroplastik nach Eckhout wird der Magen mittelst einer vierfachen Klammernaht „zugetackert“. Es wird sozusagen ein kleinerer Vormagen kreiert, der die aufnehmbaren Nahrungsmengen verringert und so das Hungergefühl schneller beseitigt. Grundsätzlich sollen damit die täglichen Nahrungsmengen so stark eingegrenzt werden, dass eine erneute Gewichtszunahme ausgeschlossen ist. In den meisten Fällen sollte der Patient dazu aber im Voraus bereits abgenommen haben.

Wie viel von der eigentlichen Magenkapazität eingegrenzt wird, muss ganz individuell vom Patienten, dem vorliegenden Krankheitsbild und dem gesundheitlichen Zustand abhängig gemacht werden. Allerdings handelt es sich bei dieser Art der Gastroplastik um einen nicht wenig risikoreichen und auch nicht minder kostspieligen Eingriff, der nur dann von der Krankenkasse bezahlt wird, wenn tatsächlich ein gesundheitliches Risiko vorliegt. Entscheidet ein Gutachten, dass das überflüssige Gewicht auch ohne eine OP in den Griff bekommen werden könnte, muss der Patient unter Umständen Teile der Kosten – oder sogar die gänzlichen Eingriffskosten – selber tragen. Allerdings sind die Kosten einer Gastroplastik nach Eckhout günstiger, als die reversible Implantation eines Magenbandes oder Magenballons.

Wie bei allen irreversiblen oder geplant dauerhaften Magenverkleinerungen wird auch bei der Gastroplastik nach Eckhout eine ergänzende Vitaminversorgung des Patienten notwendig – da diese aufgrund der eingegrenzten Nahrungsmittelzufuhr nicht mehr vollkommen gewährleistet ist. Zudem ist eine sehr gezielte Feinabstimmung des Stomas (fachsprachlich für die Nahrungsmittelmenge und den Durchlass) nicht gänzlich möglich, weswegen diese Arten der Gastroplastik mittlerweile häufig als „veraltet“ tituliert, und nur noch unter besonderen Umständen empfohlen und durchgeführt werden. Deshalb ist ein sehr ausführliches Gespräch mit dem Arzt und Chirurgen des Vertrauens vor allem bei einer Gastroplastik nach Eckhout unerlässlich.

Gastroplastik nach Eckhout - viele Experten raten zu anderen Verfahren | © PeJo / Fotolia

Gastroplastik nach Eckhout - viele Experten raten zu anderen Verfahren | © PeJo / Fotolia


  • Magenbypass | Einführung für potentielle Kandidaten Übergewicht ist in den letzten Jahrzehnten zu einem echten Problem geworden. Immer mehr Menschen leiden daran, versuchen sich erfolglos an ...
  • Jo-Jo Effekt Als Jo-Jo-Effekt bezeichnet nach dem Kinderspielzeug Jo-Jo ein “Auf und Ab”. Bei dem Jo-Jo-Effekt im medizinischen Zusammenhang handelt es sich ...



Mehr zu den Schlagwörtern dieses Artikels:
, , , , ,


Achtung: Das Informationsangebot auf www.medizin-blog.net allgemein und auch dieser Beitrag » Gastroplastik nach Eckhout nicht zu empfehlen? (medizin-blog.net) « dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die hier zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden.