www.medizin-blog.net



Eiweiß-Diät | So sieht ein typischer Tages-Speiseplan aus

www.medizin-blog.net am 27. Jul 2010 | Rubrik: Ernährung und Diät


Zum Frühstück gibt es einige Eier, entweder in Form von Rühr- oder Spiegelei, mit etwas Schinken und Tomate vermengt. Die Mittagsmahlzeit setzt sich aus einem Stück magerem Fleisch oder Fisch und einer Gemüsebeilage zusammen. Das Abendessen bildet ein großer bunter Salat mit Streifen aus der Hähnchenbrust. Für den kleinen Hunger zwischendurch schaffen Proteinshakes, Nüsse und verschiedene Kerne Abhilfe: so setzt sich ein typischer Tag innerhalb einer Eiweiß-Diät zusammen. Mit dieser Ernährungsform soll eine rasche Gewichtsreduktion möglich sein.

Eiweiß, auch unter dem lateinischen Begriff Protein bekannt, zählt zu den Grundnährstoffen des menschlichen Körpers. Dessen kleinste Bestandteile, die Aminosäuren, bauen zahlreiche Strukturen im Organismus auf – von den Antikörpern des Immunsystems bis zu den Muskelzellen des Bewegungsapparats. Eine ausreichende Versorgung mit dem Nährstoff ist unumgänglich für den Erhalt von Gesundheit und Muskulatur. Insbesondere die acht essentiellen Aminosäuren müssen regelmäßig aufgenommen werden, da diese vom Körper nicht selbst produziert werden können.

Neben Fetten und Kohlenhydraten versorgen Eiweiße den Körper mit Energie. Die verschiedenen Nährstoffe wirken sich jedoch unterschiedlich auf die Einlagerung von Fett und den Hunger-Sättigungs-Mechanismus aus. Kohlenhydrate, egal ob kurz- oder langkettig, werden zunächst in Glucose gespalten und in das Blut aufgenommen, was sich in einem Anstieg des Zuckerspiegels und kurzzeitiger Sättigung äußert. Danach bringt das Hormon Insulin die Energie in die Zellen. Sind diese versorgt, sinkt der Blutzuckerspiegel wieder und der Körper verlangt erneut nach Kohlenhydraten – so entsteht ein ständiger Wechsel zwischen Hungergefühl und Sättigung. Hinter dem Kohlenhydratkonsum verbirgt sich allerdings noch ein Übel: sind alle Zellen mit Energie versorgt, wird ein Überschuss in der Leber gespeichert und nach deren Kapazitätsausschöpfung in Fettzellen angelegt. Dies bewirkt schließlich eine Gewichtszunahme durch Körperfett.

Mit einer Eiweißdiät wird versucht den beschriebenen Teufelskreis zu umgehen. Eine Einschränkung des Kohlenhydratkonsums soll einen Abbau der Fettreserven ermöglichen, da eine Überversorgung der Zellen mit Glucose vermieden wird. Gleichzeitig fördern Eiweiße, so heißt es, die Produktion des Sättigungshormons Peptide YY, welches über einen längeren Zeitraum den Appetit nimmt. Folglich wird weniger Nahrung aufgenommen. Obwohl mengenmäßig die Eiweiße an erster Stelle stehen, werden in der Diät ebenso mehr Fette konsumiert. Diese haben wie Proteine einen ähnlichen Einfluss auf die Sättigung und den Blutzuckerspiegel.

Der Speiseplan erfährt durch den weitestgehenden Verzicht auf Kohlenhydrate eine starke Einschränkung: Lebensmittel mit einem großen Anteil an diesem Grundnährstoff wie Nudeln, Brot, Müsli, Kartoffeln, zahlreiche Backwaren und sämtliche mit Zucker versetzte Erzeugnisse, werden gestrichen. Selbiges gilt für Gemüse- und Obstsorten, die viel Stärke bzw. Fruchtzucker enthalten. Stattdessen werden verschiedene tierische und pflanzliche Eiweißquellen, wie Geflügel, Rind, Fisch, Eier, Milchprodukte und Soja, einbezogen. Als Snacks eignen sich Nüsse und Kerne. Ebenso können zuckerfreie Eiweißshakes in der Diät genutzt werden.

Als Vorteile einer Eiweiß-Diät haben sich die bessere Sättigung im Tagesverlauf und der rasche Gewichtsverlust herausgestellt. Durch den Verzehr von zahlreichen tierischen Lebensmitteln bringt die Ernährungsform gleichwohl zahlreiche Nachteile mit sich. Tierische Eiweißquellen enthalten in der Regel viel Purin und Cholesterin, die Gicht und Fettstoffwechselstörungen bewirken können. Aufgrund eines oftmals hohen Fettanteils stehen sie im Verdacht, Bluthochdruck und Herzkreislauferkrankungen zu fördern. Zudem würde der Verzicht auf viele Obst- und Gemüsesorten mit einer Einbuße an Vitaminen und Mineralstoffen einher gehen. Die Einschränkung des Speiseplanes gilt generell als nicht förderlich für ein langfristiges Befolgen der Diät. Letztlich besteht durch einen hohen Eiweißkonsum wohl auch die Gefahr einer Nierenschädigung, falls zusätzlich die Trinkmenge gering ist.

Lesen Sie dazu jetzt weiter bei Medizin-Blog.net:





Mehr zu den Schlagwörtern dieses Artikels:
,



Nutzen Sie die Suchfunktion: