Chitosan

Sep 3rd, 2008 | Von medizin-blog.net | Medizin & Gesundheit | Rubrik: Ernährung und Diät

Das Biopolymer Chitosan ist ein Polyaminosaccharid, das sich vom Chitin ableitet und sowohl natürlich vorkommt, als auch technisch hergestellt werden kann. Das Molekül wurde 1859 von C. Rouget entdeckt.

In der Natur kommt Chitosan in Pilzen und allen Lebewesen, die Chitin enthalten (Insektenpanzern, Krustentieren etc.), vor. Die technische Gewinnung erfolgt durch Chitin-Deacetylierung, wobei Acetylgruppen von Chitin abgespalten werden.

Die Eigenschaften von Chitosan sind vor allem von der Kettenlänge abhängig, die stark variieren kann. Dadurch wird besonders die Löslichkeit und Viskosität des Stoffes beeinflusst. Chitosan ist farblos, ungiftig, für den Körper nicht verdaubar und amorph, das heißt es hat keine geordnete Molekülstruktur. Weiterhin besitz es medizinisch günstige Eigenschaften: es ist antiallergen, bindet Schwermetalle und wirkt blutstillend.

Außerdem bindet Chitosan Fett, weshalb es in einigen Ländern, unter anderem in den USA, als Mittel zu Gewichtsreduktion genutzt wird. Der Nachteil des Mittels ist jedoch, dass nach Absetzung meist das Ursprungsgewicht schnell wieder erreicht wird.

In Deutschland ist der Stoff als Nahrungsergänzung verboten, da negative Nebenwirkungen auftreten können: Chitosan kann durch seine fettbindenden Eigenschaften ebenfalls die Vitaminaufnahme des Körpers beeinflussen.

Das Biopolymer findet Anwendung in Zahnpasta, der Landwirtschaft und als Flockungsmittel bei der Abwasserreinigung.



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