Vertebroplastie

14. Sep 2009 | Von | Rubrik: Behandlungsmethoden

Die Vertebroplastie ist ein minimalinvasives Verfahren und wird seit etwa 20 Jahren praktiziert. Ziel der Therapie ist die Linderung von Schmerzen, die aufgrund von Wirbelkörpereinbrüchen entstehen und mit einer medikamentenbasierten Schmerztherapie nicht ausreichend behandelt werden können. Durch das Einfüllen von Zement wird der Wirbelkörper stabilisiert.

Wirbeleinbrüche können durch Osteoporose oder Metastasen entstehen. Der Patient wird in Bauchlage auf einem Durchleuchtungsplatz oder CT-Tisch unter Lokalanästhesie und Gabe eines leichten Schmerzmittels behandelt. Eine dicke Hohlnadel wird durch die Haut von hinten durch die Wirbelbögen geführt, je nach Lage des Wirbelkörpers ist auch der Zugang von vorn und seitlich möglich. Der Bruch darf nicht älter als zwei Jahre sein. Nach dem Anmischen des dünnflüssigen Zements aus zwei Komponenten wird dieser über die Hohlnadel mit hohem Druck direkt in die Bruchstelle des Wirbelkörpers gegeben. Als Zement wird Kunststoff (Polymethylmetacrylat/ Plexiglas) verwendet, der unter Hitzeeinwirkung innerhalb von 12 Minuten aushärtet. Durch Drehen der Nadel kann der Hohlraum ausgefüllt werden. Ziel ist eine stabile Knochenzementmasse zwischen Grund- und Deckplatte des Wirbelkörpers.

Bei der Vertebroplastie besteht ein hohes Risiko des Zementaustritts in die Wirbelkörperumgebung. Gelangt der Zement in den Spinalkanal, kann er auf Nerven und Rückenmark der umgebenden Wirbelkörper drücken und so zu Beschwerden führen. Bei Behandlungen im Bereich der Hals- und Brustwirbelsäule kann es zu Symptomen der Querschnittslähmung kommen. Gelangt der Zement in die Blutgefäße besteht das Risiko eine Lungenembolie. Moderner Zement ist auf Röntgenaufnahmen gut erkennbar und die ständige Durchleuchtungskontrolle sorgt dafür, dass der Austritt umgehend bemerkt und die Behandlung umgehend abgebrochen wird.

Die Hitze, die zum Aushärten des Zements notwendig ist, kann umgebende gesunde Knochenzellen schädigen.

Die Vertebroplastie bietet für die Patienten den Vorteil eines kurzen Krankenhausaufenthaltes. Bis zu drei Wirbelkörper können pro Sitzung behandelt werden.

Bei 80-90% der Patienten setzt unmittelbar nach dem Eingriff eine wesentliche Verringerung der Schmerzen bis hin zur Schmerzfreiheit ein. Die Wirksamkeit der Vertebroplastie wurde noch nicht ausreichend nachgewiesen. In einer der wenigen durchgeführten Studien linderte die Placebobehandlung die Schmerzen im gleichen Maß wie die Vertebroplastie.

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