Stripping-Operation

27. Mai 2010 | Von | Rubrik: Behandlungsmethoden

Krampfadern betreffen einen Großteil der Bevölkerung: allein in Deutschland sollen 50-60 % der Menschen an dieser krankhaften Veränderung der Venen leiden. Sie entstehen häufig schleichend – aus sogenannten Besenreisen – und sind vorerst nur ein kosmetisches Problem. Kleinere Ausprägungen können zunächst konservativ mit Thrombosestrümpfen, Stützverbänden oder Medikamenten behandelt werden. Doch gerade bei größeren Krampfadern, die zudem ernsthafte Beschwerden verursachen, ist eine langfristige Besserung oftmals nur durch einen operativen Eingriff möglich. In diesem Zusammenhang hat sich die Stripping-Operation gegenüber anderen gefäßchirurgischen Behandlungsmöglichkeiten durchgesetzt und gilt als deren wichtigste Form.

Die Stripping-Operation wird bereits seit einem Jahrhundert zur Behandlung von Krampfadern verwendet. Sie basiert auf den Prinzipien des Chirurgen Babcock, der die Operation 1907 erstmals durchgeführt hat. Mittlerweile sind zahlreiche Varianten bekannt. Der Begriff Stripping wurde aus dem Englischen übernommen und steht im wörtlichen Sinne für ‘Abziehen’. Je nach Schweregrad der Erkrankung erfolgt der Eingriff unter Teilnarkose, Vollnarkose oder nur unter örtlicher Betäubung. Gleichermaßen wird darüber entschieden, ob nach der Operation ein stationärer Aufenthalt ratsam ist.

Ziel des Eingriffs ist die vollständige oder teilweise Entfernung der betroffenen Stammvene. Der Gefäßchirurg ermöglicht zunächst über mehrere kleine Einschnitte den Zugang zu der Vene. Dies geschieht minimal invasiv. Demzufolge werden nur möglichst wenige und kleine Schnitte verwendet. Meist erfolgt ein erster Einschnitt im Bereich der Leiste. Über diesen wird ein Draht zusammen mit einer Sonde in die erkrankte Vene eingeführt. Ein weiterer Schnitt wird am Ober- oder Unterschenkel gesetzt. Der Draht wird vollständig durch die betroffenen Bereiche der Vene geschoben und an deren unterem Ende arretiert. Anschließend wird das untere und obere Ende der Vene vom Gefäßsystem abgetrennt und mit Hilfe der Sonde aus dem Bein gezogen.

Um eine optimale Genesung nach der Operation zu ermöglichen, müssen über einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen Bandagen oder Thrombosestrümpfe getragen werden. Häufig wird ergänzend das Medikament Heparin verabreicht. Beiderseits wird so das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln und Embolien gesenkt. Als mögliche negative Nachfolgen des Strippings können ebenso Verhärtungen, Nachblutungen und Ansammlungen von Lymphflüssigkeit auftreten. Nach einer Stripping-Operation ist das Risiko, erneut Krampfadern zu bilden, nicht genommen. Die angeborene Veranlagung bleibt bestehen. Ebenfalls können technische Fehler während der Operation die Neubildung begünstigen.


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