Stammzellentransplantation

17. Nov 2010 | Von | Rubrik: Behandlungsmethoden

Bei einer Stammzellentransplantation handelt es sich um ein Therapieverfahren, bei dem Stammzellen von einem Spender auf einen Empfänger übertragen werden. Bei den Stammzellen handelt es sich um noch nicht differenzierte Blutzellen, die also noch die Fähigkeit haben, sich zu jeder Art der verschiedenen Blutzellen zu entwickeln. Sie kommen vor allem im Knochenmark vor, finden sich aber auch in geringerer Konzentration im Blut des Menschen. Eingesetzt wird die Therapie überwiegend bei bösartigen Erkrankungen des Blutes, z.B. bei den verschiedenen Formen der Leukämie. Es gibt aber auch noch einige andere Indikationen für eine (Blut-)Stammzellentransplantation.

Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Verfahren der Stammzellengewinnung und -transplantation. Die klassische Form ist die der Knochenmarkstransplantation, mittlerweile sind aber auch die so genannte periphere Blutstammzellenspende und auch die Gewinnung aus Nabelschnurblut etablierte Verfahren.
Des weiteren unterschiedet man die autologe und die allogene Stammzellentransplantation. Bei der autologen Transplantation sind Spender und Empfänger identisch, bei der allogenen Transplantation sind Spender um Empfänger unterschiedliche Personen. Die autologe Form ist allerdings nur in ganz bestimmten Fällen möglich, hat aber den Vorteil, dass es hier nicht zu Abstoßungsreaktionen kommen kann. Bei der allogenen Transplantation ist es unbedingt notwendig, dass die Gewebemerkmale, die sog. HLA = Human Leukocyte Antigens, so genau wie möglich übereinstimmen. Innerhalb einer Familie sind die Chancen, einen geeigneten Spender zu finden, bei Geschwistern am größten. Allerdings werden die meisten Spender nicht innerhalb der Familie sonder über Spenderkarteien gefunden. Dabei ist es nicht notwendig, dass Spender und Empfänger die gleiche Blutgruppe besitzen. Wichtig ist ausschließlich die Übereinstimmung der HLA. Der größte Nachteil dieser Transplantationsform ist die Gefahr der Abstoßung, da es sich ja um körperfremdes Gewebe handelt.

Für den Spender ist die Knochenmarkspende mit einem kleinen stationären Eingriff verbunden, der unter Vollnarkose durchgeführt wird. Dabei wird das Knochenmark mittels spezieller Kanüle aus dem Beckenkamm entnommen. Für einige Tage kann es zu muskelkaterähnliche Beschwerden kommen und zu leichten Hämatomen an der Entnahmestelle. Beides verschwindet in der Regel innerhalb weniger Tage. Innerhalb von ca. 14 Tagen regeneriert sich beim Spender das entnommene Knochenmark.

Bei der peripheren Stammzellenspende wird dem Spender das Blut aus der Vene entnommen und mittels Stammzellapharese werden dann die Stammzellen herausgefiltert. Um eine genügend hohe Ausbeute zu erhalten, muss dem Spender einige Tage vor der Blutentnahme das Hormon G-CSF gespritzt werden, damit genügend Stammzellen aus dem Knochenmark ins periphere Blut übertreten. Die Spende erfolgt ambulant und benötigt keine Narkose.

Die Transplantation erfolgt in Form einer venösen Transfusion. Für den Patienten sind die Vorbereitungsphase und die Zeit bis das Transplantat angewachsen ist und seine Funktion übernommen hat mit hohen Risken und starken Nebenwirkungen verbunden. Allerdings ist die Stammzellentransplantation für viele Patienten die einzige Möglichkeit, die bösartige Krankheit zu besiegen.


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