Schweißdrüsenentfernung bei übermäßigem Schwitzen
Aug 30th, 2009 | Von medizin-blog.net | Medizin & Gesundheit | Rubrik: BehandlungsmethodenSchwitzen ist eine lebenswichtige Funktion für den menschlichen Körper, da damit die Körpertemperatur reguliert wird; während Haut und innere Organe ebenfalls gekühlt werden. Es gibt jedoch Menschen, die unabhängig von der Tageszeit, Temperatur oder Jahreszeit unaufhörlich schwitzen - sie leiden an der Krankheit Hyperhidrose, welche eine unkontrollierte Schweißproduktion nach sich zieht.
Wann kommt eine Schweißdrüsenentfernung in Frage?
Hyperhidrose (übermäßiges Schwitzen) kann neben schnell auftretenden, großen Schweißflecken unter den Achseln auch zu lästigen Körpergerüchen führen. Betroffene Personen empfinden dies natürlich als sehr störund und meiden immer häufer sämtliche soziale Kontakte, da sie fürchten, andere Menschen könnten auf ihr Problem aufmerksam werden und es vielleicht abstoßend finden. In Deutschland sind etwa 2,5% der Bevölkerung betroffen, während es in Österreich rund 400.000 Hyperhidrose-Patienten gibt. Doch dank der heutigen Chirurgie kann den betroffenen Patienten geholfen werden.
Was passiert bei einer Schweißdrüsenentfernung?
Neben zahlreichen anderen Methoden (zum Beispiel Unterspritzungen mit Botulinumtoxin, besser bekannt als Botox oder “Nervengift”) gegen Hyperhidrose ist die beliebteste die Schweißdrüsenentfernung oder -absaugung.
Vor der Entfernung der Schweißdrüsen durch Absaugen werden die betroffenen Bereiche vermessen, markiert und desinfiziert. Danach wird die Haut betäubt und Lokalanästhetika eingespritzt. Bei der Tumeszenz-Methode wird eine spezielle Flüssigkeit, welche die Gewebeschichten lockern soll, eingespritzt, damit die Schweißdrüsen danach besser abgesaugt werden können. Durch eine Kürettage (Abschabung der Hautunterseite und Durchtrennung der zu den Schweißdrüsen führenden Nervenendigungen) wird der Eingriff vervollständigt. Bei der Schweißdrüsenexzision werden größere Schnitte gebraucht um die Schweißdrüsen samt den betroffenen Hautarealen herauszuschneiden. Hierbei bleiben etwas größere Narben zurück und die Wunde muss vernäht werden.
Welche Vorteile bietet eine Schweißdrüsenentfernung?
Die Vorteile einer Schweißdrüsenentfernung sind eindeutig: Bei andere Methoden kommt es in etwa 60-90% zu Rückfällen. Bei der endgültigen Entfernung oder Absaugung der Schweißdrüsen nicht. Außerdem ist der Eingriff relativ kurz und schmerzlos und wird meist ambulant durchgeführt, sodass der Patien gleich nach dem kleinen Eingriff wieder nach Hause gehen kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass die lästigen Probleme (Schweißflecken, unangenehmer Geruch) ein für allemal weg sind und der Betroffene keine Angst mehr vor sozialen Kontakten haben muss.
Welche Risiken gibt es?
Die Risiken sind bei diesem Eingriff dank der minimal-invasiven Technik recht gering. Am ehesten kommt es zu einer Wundinfektion (die allerdings bei jedem medizinischem Eingriff auftreten kann und nicht direkt mit der Absaugung oder Entfernung der Schweißdrüsen zusammenhängt). Außerdem kann es vereinzelt zu Wundheilungsstörungen und Narbenmissbildungen kommen.
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